Ganderkesee - Falls der Streik der Erzieherinnen auch an den Kindertagesstätten der Gemeinde Ganderkesee fortgesetzt und Einrichtungen geschlossen werden müssen, will die Gemeinde je nach Betreuungsform und Einkommensstufe erneut zu viel gezahlte Gebühren zurückerstatten. Die am 9. Juli vom Rat getroffene Gebühren-Änderung decke eine mögliche Fortsetzung des Ausstandes ab, stellte Gemeindesprecherin Meike Saalfeld am Montag auf NWZ -Anfrage klar.
Am Wochenende hatte die Gewerkschaft „Verdi“ die Schlichtung für die insgesamt rund 240 000 Erzieher und Erzieherinnen in Deutschland für gescheitert erklärt und eine Fortsetzung des Streiks angekündigt. Die Gewerkschaft hatte eine Aufwertung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst durch bessere Eingruppierungen gefordert – im Schnitt ein Plus von etwa zehn Prozent. Der Schlichterspruch sieht Anhebungen von 2,0 bis 4,5 Prozent vor (die NWZ berichtete).
Wie Meike Saalfeld sagte, sei eine Tarifanhebung von 2,4 Prozent zum 1. März dieses Jahres im Haushalt berücksichtigt worden. Falls die Erzieherinnen und Erzieher mehr erhalten sollten, müsse beim kommenden Haushalt nachgebessert werden. Zur Streikbereitschaft an den Ganderkeseer Einrichtungen wollte Saalfeld keine Angaben machen: „Das können wir frühestens am 17. August sagen.“ Dann beginne wieder der „Regelbetrieb“ in den meisten Einrichtungen.
Die Spitzen der Gewerkschaft „Verdi“ haben „unkonventionelle Streikformen“ für den Spätsommer angekündigt. Falls es erneut zu Streiks kommen sollte, will die Gemeinde Ganderkesee nach Angaben Saalfelds erneut einen Notdienst anbieten.
