Kirchhatten - Ein roter Teppich, ein Chauffeur, eine weiße Stretchlimousine: Ihre Kollegen aus der Gemeindeverwaltung bereiteten Marianne Wentzel zum Ende ihrer Dienstzeit einen ganz besonderen Tag. Fast 40 Jahre war die 61-Jährige in der Hatter Gemeindeverwaltung tätig (die NWZ  berichtete).

Mit dem weißen Gefährt ging es am Dienstag zum Evangelischen Kindergarten „Die Arche“. Dort führten die Kinder verschiedene Singspiele auf. Nach Feierabend brachte der Chauffeur die 61-Jährige sogar bis vor die Haustür. „Das wollte ich schon immer mal machen“, freute sie sich.

Zu Tränen gerührt war Marianne Wentzel dann am Mittwochabend bei ihrer Abschiedsfeier im Kirchhatter Rathaus. Dazu hatte sie rund 30 Wegbegleiter eingeladen.

„Für mich beginnt jetzt ein neuer Lebensabschnitt. Bisher stand für mich die Gemeinde im Mittelpunkt. Ich habe immer gerne hier gearbeitet, so dass mir die Umstellung des Tagesablaufes sicherlich das eine oder andere Mal in den nächsten Monaten schwerfallen wird“, sagte Wentzel. Nicht nur an diesem Abend war Wentzel anzumerken, dass ihr der Abschied nicht leicht fällt, auch in der vergangenen Woche versagte ihr das ein oder andere Mal die Stimme, als sie sich vom Gemeinderat verabschiedete. Jetzt freue sie sich aber darauf, künftig viel Zeit für ihre Kinder und Enkel zu haben.

Den größten Mut habe damals Bürgermeister Helmut Hinrichs gehabt, der sie 1983 zur Amtsleiterin berief. „Das war damals eine sehr mutige Entscheidung, denn in vielen Gemeinden und Arbeitskreisen war ich seinerzeit die einzige Frau“, bedankte sich Wentzel.

Hinrichs war es auch, der neben Bürgermeister Christian Pundt, der ehemaligen Bürgermeisterin Elke Szepanski, Ratsvorsitzendem Siegfried Dose, Heinz Priesmeyer, Vorsitzender des Senioren- und Behindertenbeirats, Personalrat Horst Rosenow und dem TSG-Vorsitzenden Günter König-Kruse bei der Abschiedsfeier das Wort ergriff. Hinrichs sorgte am Ende seiner Ansprache mit einem Zitat Wentzels für Stimmung: „Wer unter mir Bürgermeister ist, ist mir sowieso egal.“