Wardenburg - Das große Schild „Herzlich Willkommen beim VfR Wardenburg“ am Eingang zum Sportplatz an der Weserstraße ist nicht zu übersehen. Das neue Schild daneben ist zwar wesentlich kleiner, macht den Vereinsvorstand aber nicht weniger stolz. „Kein Platz für Rassismus und Gewalt“ steht darauf geschrieben. Kostenlos zur Verfügung gestellt wurde es vom Niedersächsischen Fußballverband, der damit auf die Aktion „Fußballvereine gegen Rechts – gegen Rassismus und Gewalt“ aufmerksam machen will, die auf eine Initiative aus Düren zurückgeht.

„Wir hatten uns das Schild auch etwas größer vorgestellt“, gibt VfR-Vorsitzender Ralph Wichmann zu. Nichtsdestotrotz stehe der Vorstand voll und ganz hinter dieser Aktion. Es passt zudem zu den Beschlüssen, die der Vorstand bereits vor einigen Wochen getroffen hat, um Flüchtlingen aus Wardenburg die Integration zu erleichtern.

So sind Flüchtlinge auch über die ersten Probetrainingsstunden hinaus bis auf weiteres beitragsfrei gestellt. Zudem wird die Gebühr von 20 Euro für den Spielerpass übernommen. „Auch helfen wir bei der Bewältigung des Pass-Bürokratismus, der recht groß sein kann, wenn es an Unterlagen mangelt“, weiß Jugendwart Andreas Gräbel aus Erfahrung. Auch beim Einkleiden, so Ralph Wichmann, gebe es einen Fundus an gebrauchten Sachen, aus dem sich Flüchtlinge bedienen können.

Erste gute Erfahrungen gemacht hat der VfR mit einem Flüchtling aus Afghanistan: „Der kam vor einem halben Jahr einfach vorbei, hat zweimal zugeschaut und dann gefragt, ob er mitspielen darf“, erinnert sich Darius Mandok, Trainer der 1. Herren.

Seit vergangener Woche besitze der 31-Jährige nun auch einen Spielerpass und dürfe am Punktspielbetrieb teilnehmen, zunächst bei den 2. Herren. Das Training nehme er sehr gewissenhaft wahr: „Er ist immer da.“ Zwar gebe es noch Sprachschwierigkeiten, so Mandok, aber der neue afghanische Mitspieler mache zurzeit einen Sprachkursus. „Ins Team ist er bereits total integriert.“

Nicht nur als Spieler sollen sich Flüchtlinge beim VfR gut aufgehoben fühlen. „Wir suchen auch geeignete Übungsleiter, da es zurzeit vor allem im Jugendbereich sehr schwer ist, Trainer zu finden“, berichtet Andreas Gräbel. Denkbar sei hier ein erster Einstieg als Co-Trainer. Für Gräbel und seine Vorstandskollegen steht bereits jetzt fest: „Spieler aus anderen Nationen sind für den Verein ganz klar eine Bereicherung.“