BELGRAD - Der extreme Nationalist Tomislav Nikolic hat die erste Runde der Präsidentenwahlen in Serbien mit einem Rekordergebnis gewonnen. Der Führer der oppositionellen Radikalen habe knapp 40 Prozent der Stimmen erzielt, berichtete die staatliche Wahlkommission (RIK) am Montag in Belgrad nach Auszählung fast aller Ergebnisse.
Bei der letzten Wahl des Staatsoberhauptes im Jahr 2004 hatte Nikolic im ersten Durchgang rund zehn Prozent weniger Stimmen erhalten. Der amtierende Staatschef Boris Tadic kam danach mit 35,4 Prozent auf den zweiten Platz. Beide Kandidaten zeigten sich überzeugt, die Stichwahl am 3. Februar zu gewinnen.
Dritter wurde Infrastrukturminister Velimir Ilic, der auch im Namen von Regierungschef Vojislav Kostunica angetreten war und 7,4 Prozent Zustimmung bekam. Ihm folgte nach Darstellung der Kommission Milutin Mrkonjic, der Kandidat der Sozialisten des inzwischen gestorbenen früheren Alleinherrschers Slobodan Milosevic mit knapp sechs Prozent auf dem vierten Platz. Ceda Jovanovic, ehemals enger Mitarbeiter des ermordeten serbischen Regierungschefs Zoran Djindjic, kam auf 5,4 Prozent.
Amtsinhaber Tadic, der auch von den USA und der EU offen unterstützt wird, zeigte sich von seinem Sieg in der Stichwahl überzeugt. Es werde so wie bei der letzten Wahl kommen, als er Nikolic auch in der zweiten Runde besiegen konnte, sagte er. „Jede Partei in Serbien und jeder Politiker hat eine klare Wahl: Jetzt muss man sich entscheiden für den Fortschritt oder die Isolierung“, erklärte er in Anspielung auf das EU-feindliche Programm von Nikolic. „Die Bürger können wählen zwischen dem europäischen Weg oder der Isolation.“
