Bergen-Belsen - Die Gedenkstätte Bergen-Belsen nutzt künftig ein Gebäude der Niedersachsen-Kaserne als neuen Lernort. Kern ist die Ausstellung „Aufrüstung, Krieg und Verbrechen. Die Wehrmacht und die Kaserne Bergen-Hohne“. So wurde das Mitte der 1930er Jahre im Rahmen der NS-Aufrüstungspolitik errichtete Areal früher genannt.
„Die Ausstellung zeigt, dass die Geschichte des Truppenübungsplatzes und der Kaserne Bergen-Hohne untrennbar mit dem Kriegsgefangenenlager und dem KZ Bergen-Belsen verbunden ist“, sagte Jens Binner, Sprecher der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten. „Außerdem wird allgemein die Mitwirkung der Wehrmacht bei den Verbrechen im Nationalsozialismus beleuchtet.“ Die Ausstellung sei gemeinsam mit Studierenden der Leibniz Universität Hannover erarbeitet worden.
Mit dem „M.B. 89“ genannten Lernort würden die Möglichkeiten zur Bildungsarbeit mit neuen Seminar- und Gruppenräumen verbessert, betonte Binner. „M.B. 89“ stehe für „Mannschaftsblock 89“, erklärte er. So wurde das Kasernengebäude von der Wehrmacht bezeichnet. Später verwendeten die Briten die alten Bezeichnungen, als sie die Kaserne 1950 übernahmen. „M.B. 89“ liegt rund einen Kilometer von der Gedenkstätte entfernt. Besucht werden kann der Lernort jeweils von Donnerstag bis Sonntag.
In Bergen-Belsen kamen mehr als 52 000 KZ-Häftlinge und 20 000 Kriegsgefangene ums Leben. Zunächst war es ein Kriegsgefangenenlager mit vielen sowjetischen Häftlingen. Im Frühjahr 1943 entstand dann auf einem Teil des Geländes das KZ. Britische Soldaten befreiten die Gefangenen am 15. April 1945.
