BERLIN - BERLIN/AFP/DPA - Trotz der jüngsten Anschläge in Afghanistan hat sich der Bundeswehrverband für eine Fortsetzung des deutschen Einsatzes ausgesprochen. Der Selbstmordanschlag vom Montag, bei dem unter anderen ein Bundeswehrsoldat getötet und zwei weitere verletzt wurden, sei nicht zu verhindern gewesen, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes, Wolfgang Ostermeier. Der Kommandeur des deutschen ISAF-Einsatzkontingents, Brigadegeneral Hans-Christoph Ammon, sagte bei einer Trauerfeier in Kabul: „Wir werden den Attentätern, Mördern und Hasspredigern nicht weichen und lassen sie wissen: Jetzt erst recht.“

Der Kommandeur der ISAF, der italienische General Mauro Del Vecchio, sagte: „Einem gestorbenen Kameraden die letzte Ehre zu erweisen, ist eine furchtbar traurige Handlung.“ Im Namen der NATO und aller ISAF-Staaten sprach Del Vecchio den deutschen Soldaten sein „tiefstes Mitgefühl“ aus. Die beiden verletzten Soldaten trafen gestern Abend an Bord eines Lazarettflugzeugs auf dem militärischen Teil des Köln-Bonner Flughafens ein. Jüngsten Angaben zufolge starben bei den zwei Anschlägen vom Montag insgesamt neun Menschen. Bei einem erneuten Anschlag am Dienstag wurde im Südosten Afghanistans ein US-Soldat getötet.

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), betonte, es werde alles für die Sicherheit der Soldaten getan. „Aber es gibt keinen optimalen, keinen hundertprozentigen Schutz.“

Aufständische in Afghanistan setzen nach Erkenntnissen von Experten Kopfgelder für die Tötung von Ausländern und einheimischen Zivilisten aus. Für die Tötung von Ausländern würden potenziellen Attentätern „Handgelder“ von umgerechnet 1700 Dollar versprochen, sagte Terrorismusforscher Rolf Tophoven.