BERLIN - Ein Jahr nach Beginn des Atommoratoriums der Bundesregierung und der folgenden Stilllegung von acht Atommeilern steht ein Mangel an Castorbehältern einem raschen Rückbau entgegen. Am Standort Krümmel stehen zum Beispiel nur zwei unbeladene Castoren bereit, die 104 Brennelemente aufnehmen können. Dort befinden sich noch 266 Brennelemente im Nasslager und 840 im Reaktor. Insgesamt gibt es derzeit 20 unbeladene Transport- und Lagerbehälter, zudem gibt es bei keiner Anlage einen Antrag für einen Rückbauplan.

Das geht aus Antworten Hessens, Baden-Württembergs, Bayerns, Niedersachsens und Schleswig-Holsteins an die Grünen-Fraktion hervor. Insgesamt gibt es demnach derzeit nur rund 20 unbeladene Transport- und Lagerbehälter. Für beide RWE-Anlagen im hessischen Biblis gibt es demnach nur drei unbeladene Castor-Behälter für rund 60 Brennelemente.

RWE will bei Biblis A und B mit Blick auf den Rückbau bis zum Frühjahr dieses Jahres entscheiden, ob man einen direkten Abbau oder zunächst nur einen „sicheren Einschluss“ beantragen will. Auch Eon, EnBW und Vattenfall haben sich noch nicht festgelegt, welches konkrete Stilllegungskonzept sie verfolgen wollen.

Die atompolitische Sprecherin der Grünen, Sylvia Kotting-Uhl, mahnte mehr Tempo an. „Die Betreiber müssen Gas geben und dafür sorgen, dass die abgebrannten Brennelemente möglichst schnell aus den stillgelegten Alt-Anlagen geschafft werden“, sagte sie. „Solange die Brennelemente nicht in Castor-Behältern ausgelagert sind, bestehen Sicherheitsrisiken.“

Nach Angaben des Deutschen Atomforums hängt die Verzögerung auch mit fehlenden Genehmigungen zusammen.