BERLIN - Der Spritpreis soll nach dem Willen der Verbraucherpolitiker der Koalition nicht mehr so häufig Achterbahn fahren. Deshalb soll die österreichische Regelung geprüft werden, nach der der Kraftstoffpreis nur einmal am Tag erhöht werden darf. Preissenkungen sind im Nachbarland jederzeit möglich.
Es kann nicht sein, dass die Benzinpreise mehrmals am Tag geändert werden, sagte die CDU/CSU-Verbraucherschutzbeauftragte Mechthild Heil. Der Verweis der Mineralölkonzerne auf den Erdölpreis sei Unsinn.
Der verbraucherpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Franz-Josef Holzenkamp (Emstek), sprach von einer Riesenabzocke an Tankstellen. Der Wettbewerb wird in der Mineralölbranche unterlaufen.
Der Verbraucherpolitiker der FDP-Fraktion, Erik Schweickert, schloss sich der Forderung an. Die alltägliche Abzocke an den Zapfsäulen muss endlich ein Ende haben. Es gibt keine sachlichen Gründe für die schwankenden Preise.
Die Autofahrer mussten für das neue Superbenzin E 10 nach ADAC-Angaben seit Mitte Februar zunächst deutlich mehr zahlen. Vor etwa einer Woche ging der Durchschnittspreis wieder etwas zurück. Diesel wurde seit mehreren Wochen stetig teurer.
Das Bundeskartellamt nimmt die Preispraxis an deutschen Tankstellen derzeit unter die Lupe. Die Ergebnisse sollten im Mai vorgestellt werden, sagte Sprecher Kay Weidner. Die Behörde vermutet, dass im deutschen Benzinmarkt wenige Anbieter das Preisgeschehen zum Schaden der Verbraucher diktieren.
