BERLIN/BREMEN - Nach der Rettung von Opel streitet die Politik um Staatshilfen für den angeschlagenen Kaufhauskonzern Arcandor (Karstadt). Das Unternehmen dringt auf Gleichbehandlung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dämpfte am Dienstag allerdings die Erwartungen. Die Rettung von Opel sei ein Sonderfall gewesen.

Der Deutsche Städtetag warnt unterdessen angesichts der Arcandor-Krise vor einem bundesweiten Kaufhaus-Sterben. „Warenhäuser sind wichtige Magneten in den Städten, die zu lebendigen Zentren beitragen und auch positive Effekte für den übrigen Einzelhandel auslösen“, sagte Stephan Articus, Hauptgeschäftsführer des Städtetages, am Dienstag der NWZ . Bei einer Schließung zahlreicher Warenhäuser sei eine „Verödung der Innenstädte“ zu befürchten, so Articus.

Außenminister und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte im NWZ -Interview, es sei nicht Aufgabe des Staates, für Manager-Versagen aufzukommen. „Die Frage ist doch aber: Sollen das jetzt die Verkäuferinnen an der Kasse ausbaden?“ Das könne niemand

gerecht finden.

Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin erklärte im NWZ -Interview: „Bei Arcandor haben die Eigentümer die Manager beauftragt, das Unternehmen ordentlich auszuplündern.“ Dafür dürfe der Staat nicht in Haftung treten.

Sollte Arcandor eine staatliche Hilfe versagt werden, wären auch Arbeitsplätze im Nordwesten in Gefahr – etwa bei der Karstadt-Filiale in Bremen. „Die Stimmung bei den Beschäftigten ist vollkommen im Keller“, sagte Ulf Birch, Sprecher des „Verdi“-Landesbezirks Niedersachsen-Bremen, der NWZ .

Politik, S.2

Meinung, S.4