BERLIN - Deutschland wird voraussichtlich 1000 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan schicken. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) will dem Bundestag in dieser Woche einen Vorschlag für die Abstimmung über das Mandat zur Beteiligung an der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan (Isaf) im Herbst machen. Das kündigte ein Sprecher des Ministeriums an.

Im Gespräch ist seit langem die Erhöhung der jetzigen Obergrenze von 3500 Soldaten auf 4500 bis 5000. Der deutsche NATO-General Egon Ramms sagte am Sonntag, der Isaf fehlten noch bis zu 6000 Soldaten. Für alles, was die internationale Gemeinschaft jetzt an Kräften und Kosten spare, werde sie später zahlen müssen.

Jung sagte, er werde eine neue Mandatsobergrenze formulieren, „die ein Stück mehr Flexibilität für die Bundeswehr ergibt“. Der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, nannte die Zahl 4500 unter Berufung auf Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan.

Ramms, im niederländischen Brunssum stationierter NATO-Befehlshaber für den Isaf-Einsatz, sagte, die geplante Aufstockung des Bundeswehrkontingents sei „sehr begrüßenswert“. Tatsache sei, dass in einigen Regionen Afghanistans ausländische Soldaten fehlten. Für den angekündigten Abzug von US-Soldaten aus dem Süden etwa gebe es noch keinen Ersatz. „Wir bräuchten diese Soldaten jetzt und sehr bald.“

Zur schnellen Eingreiftruppe, die die Bundeswehr vom 1. Juli an in Nord-Afghanistan mit rund 200 Soldaten stellen wird, sagte Ramms: „Sie hat in meinen Augen einen echten Kampfauftrag zu erfüllen.“ An diesem Mittwoch will die Bundesregierung zunächst die Obleute der Fraktionen über die geplanten Änderungen des Isaf-Mandats informieren.