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NWZonline.de Nachrichten Politik

Coronakrise: Spahn sieht „Ruhe vor dem Sturm“

27.03.2020

Berlin Im Kampf gegen das Coronavirus geht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) von weiter steigenden Belastungen für Ärzte und Pfleger aus. „Noch ist das die Ruhe vor dem Sturm“, sagt er am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Berlin. „Keiner kann genau sagen, was in den nächsten Wochen kommt.“ Daher sei es weiterhin nötig, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Neue Maßnahmen gibt es vorerst zwar nicht. Es wird aber davor gewarnt, verfrüht die Kontaktverbote und Ausgangssperren zu lockern.

41 300 Corona-Fälle am Donnerstag in Deutschland, ein Anstieg von 6000, und inzwischen mehr als 230 Tote – die Entwicklung verläuft weiterhin dramatisch. Daher müsse man es schaffen, die Intensivkapazitäten zu erhöhen, betont der Gesundheitsminister. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Zahl der derzeit 28 000 Intensivbetten in deutschen Kliniken zu verdoppeln.

Spahn sagt, Ärzte, Pflegekräfte und alle anderen im Gesundheitswesen würden sich „auf die wohl größte Herausforderung in 75 Jahren“ einstellen. Er bekräftigt aber, dass Deutschland Krankenhäuser und Ärzte wegen sehr vieler Tests früh auf das Coronavirus habe vorbereiten können. Die Kapazität liege mit 300 000 bis 500 000 Tests pro Woche im internationalen Vergleich sehr hoch. Spahn muss aber auch einräumen, dass die Beschaffung von Schutzausrüstung nicht leicht sei. „Es sind in den letzten Tagen täglich Masken ausgeliefert worden“, kann er immerhin verkünden.

Noch wirken all die Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote nicht. „Es braucht jetzt ein paar Tage, bis wir was sehen“, mahnt Spahn die Bürger zur Geduld. Wenn sich jetzt alle an die Verbote hielten, „dann können wir nach Ostern über andere Perspektiven reden“.

Nach Ostern, so berichtet der Gesundheitsminister, werde die Bundesregierung mit den Bundesländern die Wirkung der bisherigen Maßnahmen prüfen und gegebenenfalls nachzujustieren. Es gehe darum, künftig vor allem Ältere und besonders gefährdete Gruppen besser zu schützen. „Wir brauchen Konzepte, die speziell auf Ältere und chronisch Kranke zugeschnitten sind“, sagt er. „Wenn wir sie schützen, können wir gleichzeitig an anderen Stellen wieder normales Alltagsleben ermöglichen.“ So müssten Ältere möglicherweise über mehrere Monate ihre Kontakte stark einschränken und im Zweifel zu Hause bleiben.

Auch müsse geprüft werden, ob Handydaten verstärkt genutzt werden sollten, um Infektionsketten zu verfolgen. Die digitale Kontrolle hatte etwa in Südkorea Erfolge bei der Eindämmung des Virus gebracht. „Ich halte das für eine hilfreiche und notwendige Maßnahme“, wirbt Spahn für diesen Schritt. Die Grundvoraussetzung für die Lockerung der Beschränkungen sei, dass die Kontakte von Infizierten nachvollziehbar seien.

Die Einschränkung von Grundrechten wie die Versammlungsfreiheit, die Gewerbefreiheit, Religions-, Forschungs- und Bewegungsfreiheit sei nicht auf längere Zeit möglich in einer freiheitlichen Bürgergesellschaft, erklärt der Gesundheitsminister. Die Bundesregierung setzt daher bei der Frage nach einem Ausstiegsszenario auch auf den Sachverstand der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle an der Saale, die nun verschiedene Konzepte durchspielen sollen. Wann beginnt der Einstieg in den Ausstieg der Einschnitte? „Ich halte wenig davon, jetzt Jahreszeiten zu nennen“, sagt Spahn. „Ich will keine falschen Hoffnungen wecken.“

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