BERLIN - BERLIN/DPA/REI - Kaum als Modell auf dem Markt, sorgt der künftige elektronische Pass mit biometrischen Daten bereits für heftigen Streit. Während Innenminister Otto Schily (SPD) wegen des Digital-Fotos und zweier Fingerabdrücke von einem „Sicherheitsgewinn“ in Deutschland und Europa „von höchster Bedeutung“ spricht, kündigte der innenpolitische Sprecher der FDP, Max Stadler, Widerstand an. Bei einem Regierungswechsel wolle die FDP versuchen, die Einführung der Pässe auf europäischer Ebene zu verhindern, sagte Stadler. Die datenschutzpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Gisela Piltz, beklagte: „Der Schutz der biometrischen Daten vor Manipulation und einem heimlichen Auslesen ist keinesfalls garantiert.“
„Zu früh, zu teuer und zu unsicher“, lautet die Kritik der SPD-Abgeordneten Ulla Burchardt. Das neue Papier speichere sensibelste Daten, doch längst seien nicht alle Unsicherheiten ausgeräumt, klagt die SPD-Politikerin. Der Bundestag sei schlicht übergangen worden. Zudem sei der Preis für die Ausstellung unzumutbar hoch.
Schily wies die Vorwürfe zurück. Durch eine Verschlüsselung der Informationen sei der Datenschutz gewährleistet. Zudem sorge der neue Reisepass mit dem Speicherchip für eine leichtere Identifizierung der Passinhaber und eine höhere Fälschungssicherheit. Darüber hinaus werde die Kontrolle bei der Einreise erleichtert und beschleunigt.
