BERLIN - BERLIN/AFP - Rund eine Woche nach der Entführung von Susanne Osthoff im Irak haben sich zu den Bemühungen der Bundesregierung mehrere neue Initiativen für die Freilassung der deutschen Geisel gesellt. Die Schwester und die Mutter der Verschleppten baten die Kidnapper in einem Video, das Leben von Osthoff zu schonen. „Seien Sie barmherzig und gnädig mit meiner Tochter, und lassen Sie sie und ihren Begleiter so schnell wie möglich wieder frei“, sagte die Mutter von Susanne Osthoff in dem Video, das vom arabischen Fernsehsender El Dschasira ausgestrahlt wurde.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Nadeem Elyas, sagte, seine Organisation werde „in Zusammenarbeit mit anderen islamischen Vereinen, nicht staatlichen Organisationen und Kirchen überlegen, ob wir gemeinsam eine Demonstration organisieren sollten“. Elyas appellierte zudem an die islamische Welt, „Einfluss auszuüben auf die Entführer, damit sie ihre Geiseln freilassen“.

Auch der radikale irakische Schiitenführer Sadr erklärte, er fordere „die Entführer auf, sie freizulassen“. Die Entführung widerspreche „den Prinzipien des Islams, der zu Keuschheit, Frieden und Toleranz aufruft“.

Unterdessen fahnden die deutschen Behörden nach einem untergetauchten irakischen Polizisten, der an einem Fortbildungskurs in Deutschland teilnahm. Ob der Fall mit der Entführung zusammenhängt, ist unklar.