BERLIN - Das neue Internetportal für Verbraucherbeschwerden über Lebensmitteltäuschungen zeigt aus Sicht der Initiatoren Wirkung. Inzwischen hätten 27 Hersteller Änderungen bei Kennzeichnungen oder Rezepturen angekündigt, teilte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Donnerstag in einer Bilanz nach 100 Tagen mit. Seit dem Start Ende Juli seien gut 3800 Produktmeldungen eingegangen, 920 davon seien bearbeitet.
Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) sprach von einem wichtigen Diskussions- und Informationsportal, das auch die Unternehmen weiter sensibilisieren solle.
Wir haben den Nerv der Verbraucher getroffen, sagte vzbv-Vorstand Gerd Billen in Berlin.
Viele Beschwerden betrafen Zutaten und Zusatzstoffe also etwa das Versprechen Ohne Geschmacksverstärker Glutamat, obwohl ein anderer geschmacksverstärkender Stoff enthalten ist. Geändert hätten Firmen nach Beschwerden zu kleine Schriftgrößen.
Die Verbraucherorganisation foodwatch forderte die Ministerin auf, entschlossen zu handeln. Das Interesse am Portal habe gezeigt, wie groß der Ärger der Verbraucher sei.
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten kritisierte, Aigner überlasse es den Verbrauchern nach dem Zufallsprinzip, willkürlich Lebensmittel zu beurteilen. Die FDP-Ernährungsexpertin Christel Happach-Kasan forderte, für das Meckerportal kein weiteres Steuergeld zur Verfügung zu stellen.
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