BERLIN - BERLIN - Die Kritik aus katholischer Kirche und der eigenen Partei an den Krippenausbauplänen von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) will nicht verstummen. Da geht die Ministerin schon erneut in die Offensive. Nach der Verständigung von Bund, Ländern und Kommunen, bis 2013 für jedes dritte Kleinkind unter drei Jahren ein Betreuungsangebot zu schaffen, soll im Herbst die Qualitätsfrage bei der Kinderbetreuung angegangen werden.
Qualifizierte Tagesmutter mit Fortbildungszertifikat – das ist das Ziel ihrer neuen Initiative, die von der Leyen aus Mitteln des EU-Sozialfonds finanzieren will.
Nicht erst die weltweite „Baby-Pisa“-Studie des britischen Kindheitsforschers Peter Moss hatte Deutschland Mängel bei der Erzieherinnen-Ausbildung bescheinigt. Viele berufstätige Elternpaare oder Alleinerziehende wissen nur zu gut, wie oft das Glück darüber entscheidet, ob eine qualifizierte Tagesmutter oder ein Platz in einer guten Krippe für den eigenen Nachwuchs gefunden wird.
Ein knappes Drittel der bis 2013 zusätzlich zu errichtenden rund 460 000 Betreuungsangebote soll nach aktuellem Planungsstand von Bund und Ländern in der privaten Tagespflege entstehen. Der Leiter der Deutschen Jugendinstituts, Thoms Rauschenbach, rechnet dabei mit 100 000 neuen Jobs – die Hälfte davon für so genannte Tagesmütter.
„Leider bieten sich auch manchmal Frauen mit problematischen sozialen Hintergrund an“, sagte Norbert Hocke von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Dabei stehe oft nur der Zuverdienst im Mittelpunkt. Hocke: „Die eigentliche pädagogische Arbeit und die damit verbundenen Chancen bleiben oft auf der Strecke.“
Von der Leyen zielt dagegen auf einen Typus Tagesmutter, der durch die Erziehung der eigenen Kinder bereits eine hohe Grundqualifikation mitbringt. Weiterbildung soll diesen Frauen pädagogische Prozesse bewusst machen und Hilfen an die Hand geben, beim Einsatz als „Ersatz-Mutti“ auch in schwierigen Erziehungsfragen richtig zu handeln. Zugleich könnten solch erfahrene Tagesmütter jungen, noch unerfahrenen und oft unsicheren Eltern die richtigen Tipps geben.
