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NWZonline.de Nachrichten Politik

So blickt Europa auf Chemnitz

05.09.2018

Berlin Die Ereignisse in Chemnitz haben Deutschland aufgewühlt. Aber auch die Welt schaut auf Sachsen. Internationale Kommentatoren zeichnen vor allem ein düsteres Bild von Ostdeutschland – dort seien Demokratie und das Zusammenleben mit Fremden noch neu.

Einige machen die Kanzlerin und ihre Flüchtlingspolitik für die fremdenfeindlichen Ausschreitungen verantwortlich – mancher äußert gar Verständnis für die Demonstranten. Andere kritisieren „schamlosen Rassismus“. Und nicht zuletzt erinnern die Zeitungen an Deutschlands Geschichte – und warnen davor, dass diese sich wiederholt. In manchen Ländern äußern sich auch Politiker. Ein Überblick:
   

Großbritannien

Die Zeitung „The Times“ zeichnet ein sehr düsteres Bild von Chemnitz: hohe Arbeitslosigkeit, geringe Löhne, niedrige Geburtenrate, massive Drogenprobleme – die Stadt sei heute „ein anschauliches Beispiel für einen Osten, der sich zurückgelassen fühlt“. So konnte sich dem Blatt zufolge Chemnitz zum „Epizentrum rechtsextremer Wut und Sammelpunkt von Neonazi-Hooligans“ entwickeln. Der „Guardian“ spielt auf die Geschichte Deutschlands an: „Das ist das Aufblühen von etwas Gefährlichem, das tief verwurzelt ist.“
   

Frankreich

Über die Ereignisse in Sachsen wird in Frankreich sehr ausführlich berichtet. Die Regionalzeitung „Les Dernières Nouvelles d’Alsace“ aus Straßburg meinte zu Wochenbeginn, dass in ehemaligen DDR-Großstädten schon seit Jahrzehnten rechtsextreme Bewegungen existierten. Es sei „kein Zufall“, dass der Hass ausgerechnet im Osten Deutschlands explodiere. Auch die Vorfälle um die Veröffentlichung von Haftbefehlen im Internet wurden in Frankreich kritisch kommentiert. „Le Monde“ schickte ihren Deutschland-Korrespondent nach Chemnitz.   

Spanien

Als Anlass für die fremdenfeindlichen Kundgebungen wird in den Kommentaren die Migrationskrise genannt, für die Europa und speziell Deutschland keine Lösung fänden – und die von Neonazis für ihre Zwecke genutzt werden, schrieb „El Mundo“. „La Vanguardia“ lobte die Kritik von Kanzlerin Angela Merkel an den Geschehnissen. Viele Blätter warnten gleichzeitig vor den „Nazi-Nostalgikern“ und einem Wiederaufflammen der Geschichte.
   

Österreich

„Die Presse“ schrieb: „Wie sich in diesen Tagen Gewalt und schamloser Rassismus in Chemnitz Bahn brachen, wie Rechtsradikale die Straße eroberten und ungeniert den Hitlergruß zelebrierten, war einfach nur widerlich.“ Bundeskanzler Sebastian Kurz von der ÖVP erklärte, dass er erschrocken sei über die Vorfälle in Sachsen. Der linksliberale „Standard“ aus Wien schrieb: „Chemnitz könnte für Deutschland eine Zeitenwende bringen. Wohin der Wind sich dreht, ist noch nicht absehbar.“ 

Schweiz

In der Schweiz beschäftigten sich „Tages-Anzeiger“ und „Neue Zürcher Zeitung“ immer wieder mit der Situation in Chemnitz. Letztere machte dabei unter anderem deutlich, dass sich die demokratische Mitte einer Gesellschaft die Fähigkeit, zu differenzieren, bewahren müsse. „Wer die Sachsen als Nazis und Nazi-Kollaborateure beschimpft, drückt damit aus, dass er sie als Mitbürger aufgegeben hat.“

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