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NWZonline.de Nachrichten Politik

Fdp-Parteitag: Wieder zurück zur Wirtschaftspartei

21.09.2020

Berlin Die Rebellion findet nicht statt. Stehende Ovationen für Christian Lindner am Ende seiner Rede. Die Delegierten feiern ihren Vorsitzenden beim ersten Bundesparteitag in der Corona-Krise am Samstag im Kongresshotel „Estrel“ in Berlin Neukölln. Dort, wo sonst in normalen Zeiten Abend für Abend Stars und Sternchen auf der Showbühne stehen, proben die Liberalen ein Stück Rückkehr zur Normalität. „Endlich! Endlich wieder ein Bundes-parteitag“, ruft der Parteichef in den Saal, und der Beifall ist ihm sicher.

Neues Team, zurück zur Wirtschaftspartei und das Ziel 2021 wieder mitzuregieren – ein Jahr vor der Bundestagswahl stellt Lindner die Partei neu auf. Die FDP werde im kommenden Jahr nach der Bundestagswahl dafür sorgen, dass es eine andere Finanz- und Wirtschaftspolitik gebe, verspricht er den Delegierten die Rückkehr an den Kabinettstisch. Deutschland brauche ein neues Wirtschaftswunder, „eine Wirtschaftswunderpolitik“, fordert der Chef der Liberalen und versucht sich in der Rolle eines Ludwig Erhard.

Kein neuer Lockdown

Abstand halten ist oberstes Gebot bei den 560 Delegierten. Es bleibt viel Platz in den Reihen. Hygiene-Scouts wachen darüber, dass die Regeln eingehalten, Masken getragen werden. Magentafarbene Pfeile auf dem Hallenboden geben die Laufrichtung vor. Keine Gäste, keine Blumen, keine Umarmungen und Küsschen – es ist ein Parteitag unter besonderen Bedingungen und mit strengen Hygienevorschriften, eine logistische Herausforderung nicht ohne Risiko und dies am Tag, an dem die Infektionszahlen mit 2300 wieder den höchsten Wert seit April erreicht haben. Die Botschaft, das Signal, das von diesem Treffen ausgehen soll, lautet: Es geht.

„Die Freiheit muss immer stärker sein als jedes Virus“, sagt Parteichef Lindner. Ein breiter Lockdown dürfe sich nicht wiederholen. „Es gibt intelligentere Maßnahmen“, fordert er von Bund und Ländern größere Anstrengungen vor allem bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Corona sei inzwischen beherrschbar.

Mögen die aktuellen Umfragen die FDP auch wieder nur bei fünf Prozent sehen – zu Lindner gibt es aktuell keine Alternative. Wäre am Sonntag die Bundestagswahl gewesen, die FDP hätte wohl um den Wiedereinzug ins Parlament zittern müssen. Es grummelt und gärt zwar in der Partei, doch gibt es keinen Aufstand.

Nüchterne Rede

Nicht Lindner muss gehen, sondern Linda Teuteberg, die erst vor einem Jahr mit 93 Prozent zur Generalsekretärin gewählt worden war und jetzt auf Druck des FDP-Chefs gehen muss, weil sie zu wenig Generalin und zu viel Sekretärin gewesen sei, wie es heißt. Ein Bauernopfer sei das, sagt man unter den 560 Delegierten, mit dem Lindner von den eigenen Schwächen und Fehlern ablenken wolle. Der neue Generalsekretär Volker Wissing erhält dann gleich einen kleinen Dämpfer mit nur knapp 83 Prozent bei seiner Wahl. Und seine nüchterne Rede zum Einstand, reißt die Liberalen im Saal nicht mit.

Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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