BERLIN - BERLIN/DPA/AP - Nach dem Widerstand der Union gegen eine schnelle Einigung über die Senkung der Unternehmenssteuern gibt es nun erste Annäherungen. „Wir werden eine rasche Lösung nicht blockieren. Die Reform kann noch vor der Sommerpause verabschiedet werden“, sagt der Sprecher der Bayerischen Staatskanzlei, Martin Neumeyer. CSU-Chef Edmund Stoiber knüpfte umgehend Bedingungen an eine schnelle Verwirklichung.

Stoiber will die geplante Senkung der Körperschaftsteuer nur dann mittragen, wenn sie gegenfinanziert werden kann. „Wir haben beim Jobgipfel mit dem Kanzler eine klare Verabredung getroffen: Keine weiteren Schulden“, sagte Stoiber in einem Interview. Die rund 6 Milliarden Euro, die die Senkung der Körperschaftsteuer von 25 auf 19 Prozent koste, müssten „solide finanziert“ werden.

Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) hatte angekündigt, er wolle der CDU/CSU im Streit über die verabredete Senkung der Unternehmenssteuern entgegenkommen. Er werde der Union bei der ersten Gesprächsrunde ein konkretes Konzept aufzeigen. Die darin ausgebreiteten Vorschläge seien kostenneutral und daher sei ein schneller Kompromiss möglich.

Bayerns Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU), der die Verhandlungen für die Union führt, trifft sich am Freitag mit Eichel und seinen nordrhein-westfälischen Kollegen Jochen Dieckmann (SPD) zu einem ersten Gespräch.