BERLIN - BERLIN - Ein Muslim-Funktionär hält die Deutschen für ein verlottertes Volk. Wie der Islamratsvorsitzende Ali Kizilkaya sehen das viele andere seiner Glaubensbrüder. Der Mann hat sich über die „oberlehrerhafte“ Behandlung durch die beiden christlichen Kirchen beschwert. Das ist dreist, mehr noch, unverschämt. Protestanten und Katholiken haben sich, um den Dialog mit den Anhängern Mohammeds zu fördern, unendlich viel Mühe gegeben.
Das Echo ist leider äußerst schwach. Wenn islamische Theologen, die bei uns zuhause sind, nicht den Mut aufbringen, den religiösen Betonköpfen zu sagen, dass die Muslime das Grundgesetz über den Koran und die Scharia zu stellen haben, wird den Kirchen wohl ein kritisches Wort gestattet sein.
In der kommenden Woche beginnt – das war vor einem Jahr eine begrüßenswerte Initiative von Wolfgang Schäuble – die Zweite Islamkonferenz. Wenig Hoffnung, dass der Minister die Hartleibigen zur Vernunft bringen kann. Die pochen auf die Koran-Sure 4, Vers 34. Dem Mann wird eine „maßvolle Züchtigung“ der Frau ausdrücklich gestattet. Das ist für uns, die christliche Mehrheitsgesellschaft, unerträglich. Das höchste Gremium der Evangelischen Kirche sagt: „Von den hier lebenden Menschen muss erwartet werden, dass sie die Grundentscheidungen unserer Verfassung akzeptieren und in ihrem Verhalten beachten.“ Dazu sind die als Oberlehrer auftretenden Muslime nicht bereit, wenngleich einige von ihnen Lippenbekenntnisse zum Grundgesetz vernehmen lassen. Wir fühlen uns nicht als Oberlehrer der Migranten.
Wir wollen ihnen nicht irgendeine deutsche „Leitkultur" aufdrängen. Wir wollen uns allerdings auch nicht von muslimischen Oberlehrern sagen lassen, wegen unserer „Sittenlosigkeit“ seien wir für sie eben doch nur die Ungläubigen. Artikel eins unserer Verfassung lautet: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Wer sich darum nicht schert, schafft einen Straftatbestand. Der Rechtsstaat kann das Prügeln von Frauen nicht mit Augenzwinkern hinnehmen, seien es deutsche oder türkische Brutalos.
Schäuble wird den Durchbruch sobald nicht schaffen. Er hat nach Berlin auch den Sprecher des neuen „Muslim-Rates“, Ayyub Axel Köhler, eingeladen, einen Konvertiten. Der verlangt, dass der Sportunterricht nach Geschlechtern getrennt stattfindet! Allah behüte uns! Jungen und Mädchen dürften beim Unterricht einander ja nicht nahe kommen.
Noch einmal: Das Grundgesetz müssen alle respektieren. Maßvolle Züchtigung? Nicht in Deutschland. Und Ehrenmorde sind für uns ganz gewöhnliche Morde.
