BERLIN - BERLIN/DPA - Die Unterstützung für ein generelles Rauchverbot in Gaststätten mit Ausnahme von abgetrennten Räumen bröckelt. Neben Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen will auch Sachsen-Anhalt die Wirte über Raucherlokale entscheiden lassen, Brandenburg liebäugelt teilweise damit. Bayern fordert Sonderregeln für Bier- und Festzelte. Das Saarland will überdies kleine Kneipen vom Verbot ausnehmen.
Die Ministerpräsidenten wollen am kommenden Donnerstag darüber entscheiden, ob das Qualmen in Restaurants, Bars und Kneipen grundsätzlich verboten und allenfalls noch in separaten Räumen erlaubt wird. Ausnahmen dürfe es nicht geben, forderte der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg, Otmar Wiestler. Er kündigte an, in den nächsten Tagen anhand neuer Daten zu zeigen, dass sich Rauchverbote positiv auf die Gesundheit der Kellner auswirkten.
Seine Kollegin Martina Pötschke-Langer vermutet die Tabakkonzerne hinter dem Rückzieher der Länder. „In Deutschland hat die Tabak-Lobby bisher beste Arbeit geleistet. Auch jetzt scheint sie ihren Einfluss stark zu nutzen“, sagte sie. Reemtsma-Sprecher Sebastian Blohm wies diesen Vorwurf zurück.
