BERLIN - BERLIN/AFP - Die Stasi hat offenbar den heutigen Bundespräsidenten Horst Köhler jahrelang bespitzelt. Köhler sei ausgeforscht worden, als er Mitarbeiter des Bundesfinanzministeriums war, berichtete „Der Spiegel“.
Zuständig war demnach die Wirtschaftsabteilung des Ministeriums für Staatssicherheit, nicht der DDR-Auslandsgeheimdienst.
Der Sprecher des Bundespräsidialamtes, Martin Kothé, sagte, von systematischer Bespitzelung könne nicht gesprochen werden. Köhler sei Anfang der 80er Jahre bei einem Besuch in der DDR „beobachtet“ worden. Die Reise habe er als damaliger Mitarbeiter des Finanzministeriums unternommen. Westdeutsche Politiker seien bei Besuchen im Osten regelmäßig von der DDR-Staatssicherheit ausspioniert worden, so gesehen habe es sich um einen „Routinevorgang“ gehandelt.
Der heute 63-jährige Köhler arbeitete 1982 zunächst als Büroleiter des damaligen Bundesfinanzministers Gerhard Stoltenberg (CDU). Später leitete er die Grundsatzabteilung des Ministeriums, anschließend die Abteilung für Geld und Kredit. Als Staatssekretär war er unter anderem an den Verhandlungen über die Wirtschafts- und Währungsunion mit der DDR beteiligt.
