BERLIN - Nach den jüngsten Skandalen beim Bundesnachrichtendienst (BND) hat dessen Präsident Ernst Uhrlau um Vertrauen für den Auslandsgeheimdienst geworben. „Aus Fehlern werden wir lernen. Ich für meinen Teil sage ganz klar: Ich werde daran arbeiten, dass das – auch durch mich – verloren gegangene Vertrauen in den Dienst wieder hergestellt wird“, sagte Uhrlau am Mittwoch bei der Grundsteinlegung für die neue BND-Zentrale in Berlin. Die künftige Nähe zur Regierung solle die Kommunikation und Kooperation zwischen Politik, Sicherheitsorganen und Geheimdienst verbessern.

Der BND hatte monatelang den afghanischen Handelsminister Amin Farhang über seinen Computer ausspioniert und dabei E-Mails der mit dem Minister bekannten „Spiegel“-Journalistin Susanne Koelbl mitgelesen. Dafür hatte sich Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) Ende April öffentlich entschuldigen müssen.

Das neue Hauptquartier für 4000 BND-Mitarbeiter entsteht in unmittelbarer Nähe zum Regierungsviertel. Der 720 Millionen Euro teure Komplex soll bis Anfang 2013 bezugsfertig sein. Die Kosten – einschließlich Umzug und Technik – werden auf 1,5 Milliarden Euro veranschlagt.

Uhrlau nannte den Neubau einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einem modernen und leistungsstarken Nachrichtendienst. Die Vorgänge der letzten Wochen lasteten schwer auf dem BND, sagte er. Gleichwohl werde die grundlegende Reform des BND fortgesetzt.

Organisation im Internet: www.bnd.bund.de