BERLIN - Die Debatte um die Bundespräsidentenwahl 2009 hat durch ein Geheimtreffen der SPD-Spitze neue Nahrung erhalten. Die engere Parteiführung traf sich in Potsdam mit der Präsidentin der Viadrina-Universität in Frankfurt (Oder), Gesine Schwan. Sie war 2004 gegen Horst Köhler bei der Bundespräsidentenwahl unterlegen. Schwan soll Bereitschaft signalisiert haben, sollte ihre Kandidatur gewünscht werden.
An dem Treffen der Parteispitze nahmen einem Sprecher zufolge unter anderen Parteichef Kurt Beck, Generalsekretär Hubertus Heil, Fraktionschef Peter Struck und der frühere Parteichef Hans-Jochen Vogel teil. Auch der SPD-Vordenker Erhard Eppler war dabei. Es sei um den SPD-Zukunftskonvent am 31. Mai in Nürnberg und um „weitere Vorhaben innerhalb der Großen Koalition“ gegangen. Dazu habe sich die engere SPD-Führung auch den Rat langjähriger Sozialdemokraten „außerhalb der Parteispitze“ geholt, hieß es.
Offiziell hat sich die SPD noch nicht positioniert, ob sie Köhler für eine zweite Amtszeit wiederwählen würde. Der Bundespräsident hat noch nicht erklärt, ob er wieder antritt. Während sich führende SPD-Politiker wie Beck wohlwollend zur Amtsführung Köhlers geäußert hatten, kommt von der Parteilinken und aus der Fraktion Widerstand. Dabei wurde auch der Name Schwans wieder ins Spiel gebracht.
Union und FDP haben sich bereits für eine zweite Amtszeit von Köhler ausgesprochen und drängen die SPD zu einer Entscheidung.
Einer Umfrage von TNS Forschung zufolge sind 55 Prozent der Bürger der Ansicht, Köhler sollte als einziger Kandidat antreten. 38 Prozent sind dafür, dass die SPD einen Gegenkandidaten aufstellt. 60 Prozent sagen laut einer Emnid-Umfrage, es sei an der Zeit, dass eine Frau Staatsoberhaupt wird.
