BERLIN - Nach massiven Drohungen der Politik wollen die Krankenkassen künftig alle Versicherten der bankrotten City BKK anstandslos aufnehmen. Kein Versicherter werde an andere gesetzliche Kassen weitergeschickt, teilten die Kassenverbände nach einem Krisentreffen der 18 hauptsächlich betroffenen Krankenkassen in Berlin mit.

Helfen sollten zusätzliche Beratungsstandorte, mehr Berater und längere Öffnungszeiten. Der Vorstand der Securvita Krankenkasse, Ellis Huber, sagte, eingerichtet werden solle ein E-Mail-Verteiler der beteiligten Kassen. „Hier werden ab sofort alle Problemfälle gemeldet“, sagte er. „Ab sofort werden diese Fälle öffentlich gemacht.“ Zuvor hatte die Union gedroht, Kassenvorstände persönlich in Haftung zu nehmen. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) setzte den Kassen eine Frist für Auswege aus dem Desaster bis zum Wochenende.

„Ab dem ersten Tag der Mitgliedschaft in der neuen gesetzlichen Krankenkasse hat der Versicherte Anspruch auf den gesamten Leistungskatalog“, betonten die Verbände. Insgesamt seien bisher 40 000 der 167 000 City-BKK-Versicherte von anderen Kassen aufgenommen worden. Über 400 Beschwerden von gedemütigten Versicherten wurden gesammelt. Das Abweisen der Versicherten nannte Huber einen „Super-GAU“ für die Krankenversicherung.