BERLIN - Neuer Streit um künftige Mehrbelastungen für Krankenversicherte: Der Chef der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH), Ingo Kailuweit, hat vor einem stetigen Anstieg der Beiträge zur Krankenversicherung in den nächsten zehn Jahren gewarnt. „Die Beiträge klettern jedes Jahr im Schnitt um gut 0,3 Punkte“, sagte Kailuweit. Daher drohe bis 2018 ein Beitragssatz von beinahe 20 Prozent. Als Gründe nannte Kailuweit fehlenden Wettbewerb und mangelnden Sparwillen der Politik.
Barmer-Chef Johannes Vöcking entgegnete, wer jetzt die Versicherten mit Beitragssätzen verunsichere, die in zehn Jahren sein könnten, handele verantwortungslos.
Der Sprecher von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), Klaus Vater, sagte: „Das ist wirklich Unfug.“ Der Ersatzkassenverband VdAK wies die Prognose als „ziemlich spekulativ“ zurück. „Das ist heute nicht einschätzbar“, sagte eine Sprecherin.
Weniger strittig ist, dass die Beiträge im Durchschnitt bereits bei Einführung des umstrittenen Gesundheitsfonds Anfang 2009 ansteigen könnten. Im Ministerium hieß es, selbst für Prognosen für 2009 sei es zu früh.
Kommentar, S.4
