BERLIN - Die Regierung ist durch die erste drohende Insolvenz einer Krankenkasse – bei der City BKK mit 200 000 Mitgliedern – alarmiert. Kassenpleiten könnten schon 2011 zu einem Massenphänomen werden, schätzen Experten. Die Zahl der Krankenkassen wird nach Ansicht der Barmer GEK in den nächsten Jahren deutlich schrumpfen. „Vielleicht werden es dann 20, 30 Kassen sein“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Birgit Fischer, der „Sächsischen Zeitung“.
Die Bundesregierung versichert, dass sich Kassenpatienten dennoch keine Sorgen machen müssten. „Die Versicherten erleiden auf gar keinen Fall einen Nachteil, weil sie zu anderen Kassen gehen können und dort automatisch aufgenommen werden“, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Christian Lipicki. Niemand falle aus dem Versicherungsschutz, alle Behandlungen würden bezahlt. Sollte die City BKK geschlossen werden, müssten alle anderen Betriebskrankenkassen die auf etwa 130 Millionen Euro geschätzten Schließungskosten tragen.
Die Schwierigkeiten einzelner Kassen hängen mit der insgesamt angespannten Finanzlage im Gesundheitssystem zusammen, beziehungsweise wurden dadurch verschärft. Für 2011 ist dort mit einem Defizit von elf Milliarden Euro zu rechnen.
Das Problem: Zusatzbeiträge der Versicherten, die eigentlich zum Ausgleich von Defiziten gedacht sind, funktionieren nur begrenzt. Manche Kassen können aus den Zusatzbeiträgen nicht genug Geld erlösen, da diese auf ein Prozent des Einkommens eines Versicherten gedeckelt sind. Doch alte und chronisch kranke Versicherte verursachen hohen Kosten, können Kassen in Schieflage bringen.
