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NWZonline.de Nachrichten Politik

Machtkampf entschieden

25.09.2019

Berlin Die Überraschung bleibt aus. Kein Machtwechsel an der Spitze der Grünen-Bundestagsfraktion. Katrin-Göring Eckhardt und Anton Hofreiter setzen sich durch. Aufatmen am Dienstagnachmittag bei den Amtsinhabern, Enttäuschung bei den Herausforderern. Ex-Grünen-Chef Cem Özdemir ist mit seinem Comeback-Versuch gescheitert. Die Amtsinhaber setzen sich durch. Göring-Eckardt wurde mit 61,2 Prozent gegen Herausforderin Kirsten Kappert-Gonther wiedergewählt. Hofreiter erhielt 58,2 Prozent und setzte sich gegen Özdemir durch. Ende einer Revolte.

Am Ende Beifall und Umarmungen auch für die Verlierer. „Ein deutliches Signal“, sei das dafür, „dass wir den Kurs der Geschlossenheit fortsetzen, dass wir gemeinsam nach vorne gehen“, erklärte die alte und neue Fraktionschefin Göring-Eckardt. Dank für das Vertrauen und die „faire und spannende Auseinandersetzung“ – dann geht es auch schon wieder weiter.

Doch erst einmal machten es die Grünen spannend. Fast zwei Stunden Kreuzverhör gestern mit den Kandidaten. Jede Menge Fragen, so dass sich die Wahl der Fraktionsspitze weit nach hinten verschob. Warten auf das Ergebnis.

Anton Hofreiter gab sich gelassen, machte gute Miene zu bösem Spiel. „Fair und anständig“ werde man mit dem Ergebnis umgehen, versicherte er vor der Entscheidung. „Es sollte doch in einer Demokratie eigentlich etwas ganz Selbstverständliches sein, dass mehr Menschen auf einen Posten kandidieren“, erklärte der Fraktionschef der Grünen.

Kein böses Wort über die Konkurrenten. Um 15 Uhr schließen sich die Türen im dritten Stock unter der Reichstagskuppel. Sieben Minuten Redezeit für jeden der Kandidaten, dann beginnt die Abstimmung.

Die Fraktionschefs werden bei den Grünen nicht im Team, sondern einzeln gewählt. Nach den Regeln muss mindestens eine Frau an der Spitze stehen, es sollten beide Parteiflügel, Realos und Linke vertreten sein. Özdemir gehört wie Göring-Eckardt zu den Realos, Kappert-Gonther wie Hofreiter zu den Linken.

Gemeinsam mit seiner Fraktionskollegin Kirsten Kappert-Gonther hatte Özdemir überraschend seine Kandidatur angekündigt. Der Posten des Fraktionsvorsitzenden gilt jedenfalls als Sprungbrett für höhere Aufgaben. Bei der nächsten Bundestagswahl und einem grünen Erfolg, wäre ein Ministeramt wieder greifbar nah.

Das Führungsduo stand zuletzt unter Druck. Seit die neuen Parteichefs Robert Habeck und Annalena Baerbock die Grünen von einem Umfragehoch zum nächsten führen und Wahlerfolge in Serie feiern, stehen Göring-Eckardt und Hofreiter im Schatten.

Die Fraktionsführung wirkte eher blass, kam nur wenig zur Geltung. Özdemir gilt als einer der besten Redner im Bundestag, ist allerdings in den eigenen Reihen umstritten. Er sei ein „Egoshooter“ und kein Teamplayer.

Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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