BERLIN/GüTERSLOH - Mit seinem Vorstoß zur Senkung der Arzneimittelkosten trifft Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) den Nerv der Versicherten. Dem Gesundheitsmonitor der Bertelsmann-Stiftung zufolge halten die Versicherten eine Kopplung der Arzneimittelpreise an den Nutzen für sinnvoll, teilte die Stiftung am Donnerstag mit. Sie bezieht sich auf eine Umfrage unter 1500 gesetzlich Krankenversicherten.

Demnach plädieren 71 Prozent dafür, dass ihre Krankenkasse nur dann die Kosten für ein neues Medikament übernehmen soll, wenn es auch einen höheren Nutzen für die Patienten hat.

Krankenkassen und Ärzte bewerten die Pläne von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) zur Senkung der Arzneimittel-Kosten grundsätzlich positiv. Skeptische Stimmen gab es am Donnerstag aber zur Umsetzung.

Grundlage für die von Rösler geplanten Preisverhandlungen „muss auf jeden Fall eine vernünftige Nutzen-Kosten-Bewertung sein“, sagte die Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen, Doris Pfeiffer, in Berlin. Ähnlich äußerte sich das Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Carl- Heinz Müller.

Rösler will das Preisdiktat der Pharmaindustrie für neue Medikamente brechen. Helfen sollen dabei auch Zwangsrabatte und Preismoratorien. Davon erhofft er sich Einsparungen von bis zu zwei Milliarden Euro im Jahr.

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie warf Rösler vor, er lasse sich „vom Druck der Krankenkassen und hauptamtlicher Pharmakritiker treiben“. Vorstandsvorsitzender Bernd Wegener hält die Regulierungsinstrumente für „untaugliche Mittel.“

www.bertelsmann-

stiftung.de