• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik

Corona-Krise: Nein zu längeren Ferien

14.10.2020

Berlin /Hannover Die Weihnachtsferien wegen der Corona-Pandemie verlängern und stattdessen die Sommerferien kürzen – diesen Vorschlag machten jetzt der Hamburger CDU-Vorsitzende Christoph Ploß und sein Fraktionskollege im Bundestag, Stephan Pilsinger (CSU). Hintergrund ist die Debatte über kalte Klassenzimmer, weil wegen des Coronavirus in kurzen Abständen gelüftet werden soll. Was sagen andere Politiker, direkt und indirekt Betroffene und unsere Leser dazu? Wir haben nachgefragt:

Der Landeselternrat

Gegen eine Verlängerung der Weihnachtsferien sprach sich Cindy-Patricia Heine, die Vorsitzende des Landeselternrats in Niedersachsen, aus. Es würden neue Probleme durch die fehlende Betreuung der Kinder entstehen, und viele Familien könnten keinen gemeinsamen Sommerurlaub nehmen. Heine hält eine grundlegende Erneuerung des Schulsystems für erforderlich: kleinere Lerngruppen, mehr Digitalisierung und außerschulische Lernorte. Die Anweisung von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) zum Lüften der Klassenzimmer könne nicht „das letzte Wort“ sein.

Der Vorschlag zu den Winterferien komme viel zu kurzfristig, meint Florian Reetz (18), der Vorsitzende des Landesschülerrats. Betroffen wären auch die Abschlussklassen, deren Prüfungsvorbereitungen kürzer ausfallen würden.

Abfuhr von Kollegen

Der stellvertretende FDP-Fraktionschef im Bundestag, Christian Dürr aus Ganderkesee (Kreis Oldenburg), bezeichnete den Vorschlag als Unsinn. „Eine kurzfristige Verlängerung der Winterferien würde die Planung von Millionen Familien kaputtmachen. In diesem Jahr gab es genug Schulausfall“, betonte Dürr.

„Nee“, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Es sei jetzt nicht die Zeit, über Ferienverlängerungen zu reden und damit mit „zusätzlichen Dingen“ für Verunsicherung zu sorgen.

Der Bildungsbereich

Auch im Bildungsbereich winken die meisten ab: Der Vorsitzende des Grundschulverbandes, Edgar Bohn, nannte die Idee mit den verlängerten Ferien im Winter „wenig zielführend“. Der Verband warnte mit Blick auf benachteiligte Kinder davor, dass diese dadurch wieder über längere Zeit keinen Kontakt zur Schule hätten.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, sagte, man sollte die Zeit nutzen, in der Präsenzunterricht mit vollen Klassen noch möglich sei.

Der Sprecher der Bundesschülerkonferenz, Torben Krauß, sieht das ähnlich: „Es ist wichtig, dass wir Präsenzunterricht haben. Wir haben in den letzten Wochen gesehen, dass es schwierig ist, online unterrichtet zu werden.“

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
Rufen Sie mich an:
0511 161 23 15
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.