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Religion Die Gotteshäuser bleiben vorerst leer

Franziska Hein

Berlin/Hannover/Dresden - Nach einem Gespräch zwischen den Religionsgemeinschaften und dem Bund ist klar: Gottesdienste wird es vor Anfang Mai nicht geben.

Allerdings sollen die christlichen Kirchen, der Zentralrat der Juden und die islamischen Moscheeverbände in der kommenden Woche Konzepte vorlegen, wie Gottesdienste mit den nötigen Hygieneregeln abgehalten werden können. Bund und Länder würden am 30. April auf Basis der Konzepte über eine Lockerung der geltenden Kontaktbeschränkungen infolge der Corona-Pandemie für Gottesdienste beraten, teilte das Bundesinnenministerium in Berlin mit.

Entscheiden müssen dann jedoch die einzelnen Bundesländer. Das Treffen mit Innenstaatssekretär Markus Kerber (CDU) am Freitag diente vor allem dem Austausch und der Vermittlung.

Sachsen handelt

Ein Bundesland hat am Freitag bereits gehandelt: Sachsen. Ab Montag sind dort wieder öffentliche Gottesdienste möglich, allerdings in geringem Umfang mit bis zu 15 Besuchern. Das sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Freitag in Dresden. Im Nachbarland Tschechien sind Gottesdienste wieder ab 27. April erlaubt. Ministerpräsident Andrej Babis stellte am Freitag in Prag einen Stufenplan vor, nach dem bis 8. Juni alle Teilnehmerbegrenzungen schrittweise fallen sollen.

In Deutschland kündigten die evangelische und katholische Kirche an, in der kommenden Woche Konzepte mit Abstands- und Hygieneregelungen vorzulegen. Ziel sei, „möglichst bald“ danach wieder Gottesdienste abhalten zu können. Ob das schon am ersten Mai-Wochenende der Fall sein könnte, sei offen und gegebenenfalls je nach den Bedingungen der einzelnen Gemeinden regional unterschiedlich, sagte der Bevollmächtigte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Berlin, Martin Dutzmann.

Der Beauftragte der Bundesregierung für weltweite Religionsfreiheit, Markus Grübel (CDU), sagte: „Denkbar wäre, die Anzahl der Gottesdienstbesucher zu begrenzen, Gottesdienste im Freien, das Angebot von Gottesdiensten zu erhöhen und in den Kirchen, Moscheen und Synagogen einen Mindestabstand zu gewährleisten.“

Muslime gespalten

Auch der Zentralrat der Juden will ein Hygienekonzept vorlegen, teilte er am Freitag mit. Der Sprecher des Koordinierungsrats der Muslime, Burhan Kesici, sagte, die muslimischen Glaubensgemeinschaften würden sich an die Beschränkungen halten. Für die Muslime beginnt Ende der kommenden Woche der Fastenmonat Ramadan. In Niedersachsen reagierten die Islamverbände unterschiedlich. Großes Verständnis signalisierten Nurdan Kudu und Avni Altiner vom Verband Muslime in Niedersachsen. „Das fortbestehende Gottesdienstverbot ist zu unserem Wohle“, teilten sie am Freitag gemeinsam mit. Der Ditib Landesverband Niedersachsen-Bremen hingegen zeigte sich enttäuscht. Die Gemeinden hätten sich gewünscht, dass unter Beachtung aller Maßnahmen zu Hygiene und sozialer Distanzierung die Moscheen wieder öffnen dürften, sagte Geschäftsführerin Emine Oguz.

Das gelte insbesondere unter dem Aspekt, dass Geschäften bis 800 Quadratmeter ab Montag eine Öffnung erlaubt werde. Nur wenige Moscheen würden diese Fläche überschreiten. „Wir vermissen die Gleichbewertung von Moscheen mit Wochenmärkten oder Buchhandlungen.“

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