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NWZonline.de Nachrichten Politik

Gesundheit: Massive Unterschiede bei Pflegeheim-Kosten

03.08.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-08-03T05:12:09Z

Gesundheit:
Massive Unterschiede bei Pflegeheim-Kosten

Berlin/Hannover Bei den seit Jahresbeginn geltenden Eigenanteilen, die Pflegebedürftige für die Heimunterbringung zahlen müssen, gibt es bundesweit massive Unterschiede. Die Kosten belaufen sich im Bundesschnitt auf monatlich 581 Euro pro Person. Während Heimbewohner in Thüringen im Schnitt 225 Euro Eigenanteil leisten müssen, liegt der Betrag im Saarland bei 869 Euro. Etwas unterm Bundesdurchschnitt liegen Niedersachsen (346 Euro) und Bremen (473 Euro).

Das geht aus einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums von Hermann Gröhe (CDU) auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, die unserer Berliner Redaktion vorliegt. Am höchsten liegen die Eigenanteile nach dem Saarland in Berlin (856 Euro), Baden-Württemberg (768 Euro), Nordrhein-Westfalen (758 Euro) und Bayern (725 Euro). Am geringsten fallen die Kosten neben Thüringen in Schleswig-Holstein (289 Euro), in Mecklenburg-Vorpommern (295 Euro) sowie in Sachsen-Anhalt (303 Euro) aus.

Die sogenannten einrichtungseinheitlichen Eigenanteile werden von den Trägern festgelegt und für die pflegerischen Anwendungen und die Personalschulung erhoben. Die Höhe der Zuzahlung ist unabhängig vom Pflegegrad, in den die Bewohner eingestuft werden. Zum Eigenanteil kommen noch Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionskostenzuschüsse hinzu, etwa für Modernisierungsarbeiten an den Einrichtungen.

Die Vizevorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion, Sabine Zimmermann, kritisierte die sehr unterschiedlichen Kosten am Mittwoch im Gespräch mit unserer Berliner Redaktion: „Gute Pflege muss unabhängig vom Geldbeutel und Wohnort für Jede und Jeden möglich sein. Aber die Eigenanteile bleiben ein Ticket in die Altersarmut“, sagte sie. Die Kosten dürften den Betroffenen „nicht in die ambulante Billigpflege treiben“. Die Linken-Politikerin forderte: „Die Pflege muss endlich als Vollversicherung ausgestaltet werden, in der die Pflegeversicherung alle pflegebedingten Kosten übernimmt.“

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Bundesgesundheitsministerium | CDU