BERLIN - Obwohl die schwarz-gelbe Koalition den Bundestagsbeschluss für das Berliner Stadtschloss am Wochenende bekräftigt hat und somit die Finanzierung des Projektes gesichert ist, verzögert sich der Bau um zwei Jahre. Erster Spatenstich wird jetzt wohl erst im Frühjahr 2011 sein. Bisher war immer die Rede von Herbst 2010. Eröffnet wird das Gebäude mit den barocken Originalfassaden nicht wie geplant 2014. Erst zwei Jahre später soll es so weit sein.
Als Grund für eine Bauverzögerung nannte der Baustaatssekretär Engelbert Lütke Daldrup am Montag Engpässe bei der Fassadenrekonstruktion des einstigen Hohenzollernschlosses. Es sei offen, ob in geeigneter Zeit die notwendigen Steinmetzarbeiten ausgeführt werden könnten. Die Baukosten sollen bei 481 Millionen Euro liegen, eine Million Euro mehr als bisher veranschlagt. Dazu kommen 72 Millionen Euro für die Einrichtung.
Im Schloss mit dem Humboldt-Forum wollen die Preußenstiftung, die Humboldt-Universität und die Berliner Landes- und Zentralbibliothek ein „Schaufenster der Kulturen“ einrichten. Auf 40 000 Quadratmetern sollen u. a. außereuropäische Sammlungen der Berliner Museen beheimatet sein. Offen ist, ob die Schlosskuppel nach historischem Vorbild oder modernem Entwurf entstehen soll.
Als Bauherr, so der Staatssekretär weiter, stehe der Bund trotz eines laufenden Gerichtsverfahrens zum italienischen Architekten Franco Stella. Das Bundeskartellamt hatte den Vertrag mit Stella nach einer Klage des Architekten Hans Kollhoff für nichtig erklärt. Gerichtlich geklärt werden muss, ob Stella die Vorgaben für eine Teilnahme am Architektenwettbewerb erfüllt hat.
