BERLIN - BERLIN - Der Kanzler ließ Nettigkeiten über seine Gäste und ihre Waren verbreiten: „Arzneimittel sind ein Vorzeigeprodukt deutscher Innovationskompetenz“, erklärte Regierungssprecher Béla Anda nach dem einstündigen Gespräch Gerhard Schröders mit den Chefs forschender Pharma-Hersteller. Eine „Schlüsselrolle“ komme der Branche zu, hieß es schmeichelnd. Doch die milliardenschweren Wünsche der Pharma-Bosse – weg mit den Festbeträgen für patentgeschützte Arzneimittel – erfüllte Schröder bei dem Gipfel im Kanzleramt nicht.
Seit 1. Januar existieren Obergrenzen bei der Erstattung patentgeschützter Mittel durch die Krankenkassen. Dabei soll es trotz Pharma-Interventionen bleiben.
Es sei „kein guter Tag“ für die Branche gewesen, klagte deshalb der Chef des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller, Andreas Barner. Die Firmenchefs waren bei Schröder erneut vorstellig geworden, in der Hoffnung, die ab 1. Januar geltenden neuen Festbeträge für Arzneimittel aushebeln zu können.
Regierungsberater Karl Lauterbach hält dagegen: Echte Innovationen aus den Forschungslabors seien nicht in Sicht, weshalb die Firmen nur darum kämpften, durch „Abkassieren bei Schein-Innovationen“ Profite zu sichern.
Im Gesundheitsministerium wird darauf hingewiesen, dass vor Jahren ein Plan zur Einführung von Festbeträgen nach Protest der Pharma-Firmen gestoppt worden sei. Trotz des Entgegenkommens seien Forschungskapazitäten in Deutschland immer weiter abgebaut worden.
