BERLIN - Die Union setzt bei den Koalitionsverhandlungen mit der FDP auf Gorleben als Atommüll-Endlager. Nach Medieninformationen dringen CDU und CSU darauf, dass der Salzstock in Niedersachsen als mögliches Endlager weiter getestet wird. Dagegen hatte der scheidende Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) die Erkundung weiterer Standorte in Deutschland gefordert.
Die Union strebt mit der FDP außerdem einen vorläufigen Stopp des Atomausstiegs an. Die Laufzeiten der Atommeiler sollen verlängert werden. CDU, CSU und FDP verhandeln am Montag erstmals in der Koalitionsrunde.
Das Handwerk dringt auf längere Laufzeiten. Ein Betrieb von weiteren fünf Jahren sei bei den meisten älteren Kraftwerken technisch ohne weiteres möglich, sagte der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDK), Hanns-Eberhard Schleyer, am Donnerstag. Zudem flössen mit den Zusatzgewinnen der Energieversorger zusätzliche Steuern in öffentliche Kassen.
Die SPD-Fraktion warnte vor einer Rücknahme des Atomausstiegs, der unter der rot-grünen Bundesregierung ausgehandelt worden war. „Schwarz/Gelb steigert die Gewinne der Stromkonzerne“, kritisierte der umweltpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Marco Bülow. Die Energiepolitik sei rückwärtsgewandt.
