• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik

Gauck würde mit Rechten reden

17.06.2019

Berlin Joachim Gauck ist ein Mann des Wortes. Umso mehr überrascht eine missverständliche Äußerung des früheren Bundespräsidenten. Gauck wirbt in einem Interview für eine „erweiterte Toleranz in Richtung rechts“ und rät der CDU: Sie müsse für den „Typus des Konservativen wieder Heimat werden“. Der Alt-Bundespräsident löst damit nicht nur in der Union eine kontroverse Debatte über das eigene programmatische Profil und den Umgang mit der rechtspopulistischen AfD aus. „Ein gesunder Patriotismus, Heimatliebe oder das bewusste Leben von Werten ist wichtig für unser Land“, twittert Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zustimmend. Der frühere CDU-Generalsekretär Ruprecht Polenz mahnt. Der „Wunsch nach gesellschaftlicher Konformität steht im Widerspruch zum Grundgesetz“.

Die Frage steht im Raum: Wie umgehen mit den Rechtspopulisten? Schon der frühere SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte heftige Kritik für seinen Vorschlag geerntet, sich mit Anhängern der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung zu treffen. Gauck zieht eine klare Grenze nach rechts: „Es ist Schluss mit Nachsicht, wenn Menschen diskriminiert werden oder Recht und Gesetz missachten.“ Der frühere Bundespräsident hat gerade ein Buch über Toleranz geschrieben. Für ihn steht fest, dass er sich nicht mit AfD-Chef Alexander Gauland an einen Tisch setzen würde. Dafür habe er „zu wenig Achtung vor Herrn Gauland“.

Im Herbst sind Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen. Schon bei der Europawahl war die AfD in Sachsen stärkste Kraft. Der frühere Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen, bekennendes CDU-Mitglied, hatte seiner Partei am Wochenende mit Blick auf die starken Umfragewerte der AfD geraten. „In der jetzigen Situation werden wir es ausschließen, dass es zu einer Koalition kommt“, doch hinzugefügt: „Aber man weiß nie“.

Nach der Kanzlerkandidatinnen-Debatte zur Unzeit hat die CDU jetzt auch noch eine Diskussion über mögliche Rechtsbündnisse. Doch rückt selbst Alexander Mitsch, Chef der konservativen Werteunion in der CDU, von möglichen Bündnissen ab. „Wir müssen über einen inhaltlichen Dialog klar machen, warum die AfD die falsche Partei ist, warum sie nicht als Koalitionspartner infrage kommt.“

Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2018
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.