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NWZonline.de Nachrichten Politik

„Fahrverbote nicht zielführend“

10.04.2019

Berlin Der Titel klingt unscheinbar. „Saubere Luft – Stickstoffoxide und Feinstaub in der Atemluft: Grundlagen und Empfehlungen“, heißt die Studie, die Vertreter der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina am Dienstag in Berlin vorstellten. Aber das Ergebnis hat es in sich: „Wir glauben, dass von den Schadwirkungen her Stickoxide deutlich weniger wichtig sind“, sagte Professor Martin Lohse, der Vize-Präsident der Akademie, unserer Berliner Redaktion und urteilte: „Fahrverbote sind nicht zielführend.“ Fakten und Hintergründe zu der Studie.

Wie stehen die Wissenschaftler zu Diesel-Fahrverboten in Innenstädten?

Die Forscher sehen Fahrverbote skeptisch. „Zu den gesundheitlich wenig sinnvollen Maßnahmen zählen kleinräumige und kurzfristige Beschränkungen, die sich gegen einzelne Verursacher von Stickoxid-Belastungen richten“, heißt es im Bericht.

Ist der Auto-Verkehr
beim Thema schlechte Luft also entlastet
?

Nein! Zwar wird Stickoxid erst als drittes Problem für schlechte Luft benannt – nach Feinstaub und Kohlendioxid. Aber bei den Emissionen aus dem Verkehr bleibt es. „Kohlendioxid wirkt über Jahrhunderte“, warnt Forscher Jos Lelieveld vor den Folgen des Klimawandels. Auch Feinstaubbildung wird durch den Straßenverkehr begünstigt. Die Forscher fordern deshalb eine „nachhaltige“ Verkehrswende.

Und wie geht es künftig voran – mit Elektro, Hybrid oder sogar mit Diesel?

Die Autobauer fahren unterschiedliche Strategien. VW setzt auf Elektro, BMW und Daimler auf Hybrid. Die Kommission empfiehlt „die verstärkte Entwicklung von emissionsarmen Fahrzeugen im Bereich Elektromobilität und alternativen Technologien“. Lohse sieht die Zukunft in der Elektromobilität.

Wie gefährlich sind
Stickoxide
?

Stickoxide (NOX) entstehen durch Verbrennungen bei hohen Temperaturen, etwa im Diesel-Motor. Im menschlichen Körper können sie unter anderem Atemwegserkrankungen wie Asthma verursachen. In die Debatte kamen Stickoxide zuletzt wegen des Streits über Fahrverbote in Städten wie Stuttgart, München und Hamburg. „Eine neue Datenlage erlaubt neue Schlussfolgerungen“, sagt Jos Lelieveld, Mitglied der Leopoldina-Kommission, der am Mainzer Max-Planck-Institut für Chemie forscht. Weil sich Stickoxide nur kurzzeitig bilden, andere Schadstoffe wie Kohlendioxid und Feinstaub aber länger in der Luft bleiben, stuft die Kommission die NOX-Gefahr ab.

Was ist Feinstaub und wie lässt sich
die Belastung verringern
?

Feinstaub sind Mikro-Partikel, die über die Atemwege bis in die Lunge oder gar Lungenbläschen gelangen können. Spätfolgen können Herzinfarkt oder Schlaganfall sein. Hauptquellen sind Ammoniak aus der Landwirtschaft, Rauch- und Rußpartikel aus Verbrennungsanlagen wie Kaminen und andere Mikroteile. „Allein durch den Straßenverkehr gelangen pro Jahr rund 150 000 Tonnen Gummiabrieb in die Umwelt“, so Kommissions-Mitglied Manfred Hennecke.

Peter Riesbeck Korrespondentenbüro Berlin
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2018
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