Berlin - Was eigentlich so alles über sie erfasst ist, wissen wohl die meisten Kassenpatienten gar nicht genau. Dabei liegen bei Ärzten, Kliniken und Krankenkassen jede Menge Daten, die Behandlungen schneller und zielgenauer machen könnten – nur sind sie eben großflächig verstreut. Seit Jahren mühen sich die Akteure des Gesundheitswesens um mehr elektronische Vernetzung, doch voran geht es kaum. Große Krankenkassen preschen nun mit digitalen „Akten“ vor.
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Was sollen elektronische Patientenakten bringen |
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Für Jens Baas, den Chef der Techniker Krankenkasse (TK), geht es um nicht weniger als eine „Revolution“, indem diverse Daten zu hilfreichen Informationen zusammengeführt werden. Das soll vermeiden, dass Ärzte etwa noch ein extra Röntgenbild machen, weil der Befund eines Kollegen nicht so einfach aufzutreiben ist. Zudem sollen Patienten erstmals Klarheit über ihre gebündelten Gesundheitsdaten bekommen.
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Wie soll das technisch funktionieren |
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Die TK will bundesweit einen digitalen „Datensafe“ als Handy-App an den Start bringen, den Patienten nach eigenen Wünschen füllen können, etwa mit allen verordneten Medikamenten und Labordaten. Gespeichert werden können auch Angaben zu Arztbesuchen. Alle Daten sollen verschlüsselt und nur mit ausdrücklicher Freigabe des Patienten für Ärzte einsehbar sein. Die AOK hat bereits erste Projekte mit einer digitalen Akte in Betrieb und will das Netzwerk ausbauen.
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Was sagen Patientenschützer |
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Neben der Datensicherheit geht es auch darum, dass die neue Digitalwelt niemanden benachteiligt. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz mahnt: „Wer nicht mitmachen kann oder will, wird schnell identifiziert und dann vielleicht diskriminiert.“ Die Verbraucherzentralen begrüßen mehr Vernetzung und Transparenz. „Das klappt aber nur mit einheitlichen Standards“, sagt Kai Vogel.
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Wie geht es weitermit der Digitalisierung |
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Dass die Digitalisierung dringend Fahrt aufnehmen muss, bestreitet niemand. Fast zwei Milliarden Euro seien nur für die elektronische Gesundheitskarte verschwendet worden – erhoffte Zusatzfunktionen leistet sie immer noch nicht, klagt Patientenschützer Eugen Brysch. „Da könnte man nicht einmal ein Röntgenbild abspeichern“, sagt auch Kassenärzte-Chef Andreas Gassen. Die digitalen „Akten“ kommen denn auch ohne die Karte aus. Sie sollen aber auch keine Inseln werden, sondern mit der Datenautobahn des Gesundheitswesens verknüpfbar sein, die gerade – mit Verzögerung – entsteht. Ein Ziel für die Einführung von E-Patientenakten hat auch die Bundesregierung: spätestens 2021.
