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NWZonline.de Nachrichten Politik

Nachfolge-Debatte Bei Der Linken: Kipping und Riexinger machen den Weg frei

01.09.2020

Berlin Die scheidenden Linken-Chefs Katja Kipping und Bernd Riexinger rechnen damit, dass es schon in Kürze Kandidaturen für ihre Nachfolge geben wird. Das werde eher „eine Sache von einigen Tagen sein als von Wochen“, sagte Riexinger am Montag in Berlin. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir eine gute Nachfolge bekommen werden.“

Im Gespräch

Eine Präferenz wollten beide aber nicht äußern. „Wir werden jetzt nicht mit einer feudalen Geste unsere Nachfolger entsprechend vorschlagen“, sagte Kipping. Die beiden hatten am Freitag und Samstag nacheinander erklärt, dass sie nach mehr als acht Jahren an der Linken-Spitze beim Parteitag in Erfurt Ende Oktober nicht erneut für den Vorsitz kandidieren werden.

In der bereits laufenden Nachfolgedebatte wird vor allem eine Doppelspitze mit zwei Frauen diskutiert: Die Fraktionsvorsitzenden aus Hessen und Thüringen, Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow, gelten als Kandidatinnen dafür. Sie sind beide wie bereits Kipping weder dem Flügel der linken Fundamentalisten noch den gemäßigten Reformern zuzurechnen.

Vom linken Flügel wird der Parteivize Ali Al-Dailami aus Hessen als möglicher Kandidat gehandelt. Von den Reformern werden Bundestags-Fraktionsgeschäftsführer Jan Korte gute Chancen eingeräumt, außerdem wird der frühere Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn genannt.

Der Rückzug des Spitzenduos kommt nicht überraschend. Laut Satzung soll kein Parteiamt länger als acht Jahre ausgeübt werden. Kipping und Riexinger hatten die Parteiführung 2012 übernommen. Damals stand die Linke nach einem beispiellosen Machtkampf konkurrierender Flügel kurz vor der Spaltung. Riexinger setzte sich damals gegen den heutigen Fraktionschef Dietmar Bartsch durch.

In den Wahlkampf

Das neue Spitzenduo wird die Partei in die nächste Bundestagswahl führen, bei der es für die Linke auch um die Frage gehen wird, ob sie bei einer gemeinsamen Mehrheit von SPD, Linken und Grünen zu einer gemeinsamen Regierungsbildung bereit ist. Kipping beantwortete diese Frage mit einem klaren Ja. Es gehe jetzt darum, „dass wir nicht nur meckern, sondern dass wir auch wirklich machen“.

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