BERLIN - Bauernpräsident Gerd Sonnleitner schlägt Alarm: Täglich verschwinden 90 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche unter neuen Häusern, Beton und Asphalt. „Das sind 120 Fußballfelder“, rechnet Sonnleitner hoch. Dieser Flächenfraß, der in Niedersachsen am höchsten ausfällt, müsse dringend gestoppt werden, fordert der Bauernpräsident. Schuld an der Versiegelung von Natur seien Städte und Gemeinden, die immer weitere Randzonen überbauten. „Für jeden Qua­dratmeter, der unter Beton verschwindet, muss an anderer Stelle ein Quadratmeter entsiegelt werden“, verlangt Sonnleitner von der Politik. Man müsse in Deutschland nicht immer mehr „Biotope unter Schutz stellen“, sondern besser die vorhandenen wertvollen Nutz- und Naturflächen erhalten.

Das gelte besonders mit Blick auf die Energiewende, zu der Landwirte einen erheblichen Beitrag leisteten. „Fast 20 Prozent des Stroms in Deutschland wurden im vergangenen Jahr aus erneuerbarer Energie gewonnen, ein Drittel entstammte der Biomasse und damit der Land- und Forstwirtschaft“, betont Sonnleitner. Ackerflächen zu überbauen sei dabei der falsche Weg.