• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik

Ringen um emotionales Thema

29.11.2018

Berlin Jens Spahn kämpft und wirbt eindringlich für seinen Vorschlag. Der CDU-Politiker spricht am Pult des Bundestages nicht als Minister, sondern schlüpft in die Rolle des Abgeordneten, „als Gesundheitspolitiker, aber auch als Mensch“, wie er sagt. „Dieses Thema treibt mich um“, erklärt Spahn. „Jeder von uns könnte morgen auf eine Organspende angewiesen sein“, mahnt der Minister, der mit seinem Vorstoß einer doppelten Widerspruchslösung eine Revolution beim Thema Organspende in Deutschland anstoßen will.

Sein Ziel: Die Zahl der Organspender in Deutschland erhöhen. Darüber herrscht Einigkeit im Bundestag, doch über den besten Weg wird heftig gestritten. Geht es nach dem Gesundheitsminister, würde in Zukunft jeder in Deutschland als Organspender gelten, müsste zu Lebzeiten ausdrücklich widersprechen, wenn er dies nicht will. Nach dem Tod könnten auch die Angehörigen noch Nein sagen, sollte kein Widerspruch vorliegen.

Allein die Debatte, die darüber in den vergangenen Wochen geführt worden sei, habe bereits zum Anstieg der Spenderzahlen in diesem Jahr geführt, glaubt der CDU-Politiker. Kritik an seinen Plänen, sie schränkten das Recht auf freie Selbstbestimmung ein, wies er vehement zurück. „Das einzige Recht, das damit beschnitten würde, wäre das Recht, sich keine Gedanken zu machen“, hält Spahn dagegen und spricht von einer „Pflicht, sich Gedanken zu machen“.

Auslöser für den Vorstoß des Gesundheitsministers war der Negativrekord mit weniger als 800 Organspenden im vergangenen Jahr. Angesichts der Zahl von mehr als 10 000 Menschen, die auf ein Organ warteten, müsse man jetzt handeln, so Spahn.

Verhärtete Fronten zwischen Befürwortern und Gegnern, die Meinungen gehen quer über alle Fraktionsgrenzen hinweg auseinander. Jede Menge Zustimmung gibt es auf der einen Seite, aber auch massive Bedenken und viel Kritik. Doch die zweieinhalbstündige Aussprache gehört zu den besseren Debatten im Deutschen Bundestag, bleibt ruhig und sachlich, wird aber auch emotional und engagiert geführt.

Es ist erst der Beginn eines monatelangen Abstimmungsprozesses, eine erste Orientierung. Mit Hochdruck arbeiten Gegner und Befürworter der Widerspruchslösung an unterschiedlichen Gesetzentwürfen. Bis zum Sommer 2019 soll schließlich entschieden werden.

„Organspende ist ein Geschenk“, sagt Kerstin Griese, Gesundheitsexpertin von den Grünen. Der Staat könne das allerdings nicht verordnen, pocht sie auf selbstbestimmtes Handeln und lehnt den Vorschlag ab. Spahns CDU-Parteifreund und Amtsvorgänger Hermann Gröhe weiß zwar als früherer Gesundheitsminister nur zu gut um die „Mischung aus Hoffnung und Verzweiflung“, bei denjenigen, die auf eine Organspende angewiesen sind. „Gleichwohl lehne ich die Widerspruchslösung ab“, stellt er sich gegen den Vorschlag seines Vorgängers.

Auch für Gröhe ist Organspende „ein Geschenk aus Liebe zum Leben“. Dies setze allerdings Freiwilligkeit voraus. „Dabei sollte es bleiben“, will der CDU-Politiker an der geltenden Rechtslage festhalten.

Alles zum Thema Gesundheit finden Sie hier!

NWZonline.de/gesundheit
Alles zum Thema Gesundheit finden Sie hier!

Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2018
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.