• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik

Hat Youtuber Rezo recht?

24.05.2019

Berlin Millionenfach wurde das Anti-CDU-Video des Youtubers Rezo geklickt. Unter anderem hält er den Christdemokraten vor, beim Klimawandel untätig zu sein und Politik für Reiche zu machen. Die Union weist die Vorwürfe zurück. Doch was ist dran? Zwei Beispiele.

Kohle und Klima

Rezo sagt: CDU und SPD bauten 80 000 Arbeitsplätze in der Solarbranche (in den Jahren 2012 bis 2015) ab und hielten an 20 000 Arbeitsplätzen in der Kohle-Industrie fest.

Fakten: Rezo bezieht sich mit seinen Zahlen auf die Aussagen von Volker Quaschning, einem Professor für Regenerative Energiesysteme in Berlin. Tatsächlich hatte die Bundesregierung im Jahr 2012 die Förderbeträge für Solarenergie geändert. Das machte die Nutzung von Photovoltaik weniger attraktiv – und führte zu einem Abbau von Arbeitsplätzen in der Solarbranche.

Allerdings war auch die ausländische Konkurrenz in den Jahren zuvor immer stärker geworden. Die gesunkenen Preise hatten die heimische Photovoltaik-Industrie ebenso belastet. Vor allem aber regierte im Jahr 2012 die Union mit der FDP – und nicht mit der SPD, wie Rezo behauptet.

Laut Bundeswirtschaftsministerium hat sich die Zahl der Beschäftigten bei den Erneuerbaren Energien von 2000 bis 2016 mehr als verdreifacht: Von rund 100 000 Menschen auf knapp 340 000. Im Gegenzug ist die Zahl der Menschen, die in der Kohlebranche arbeiten, auf rund ein Drittel gesunken. Direkt in der Braunkohle-Industrie arbeiten laut Branchenverband rund 21 000 Menschen. Die Zahl blieb seit 2005 recht konstant. Dazu kommen rund 5700 Menschen in der Steinkohle – rund 85 Prozent weniger als 2005.

Arm und reich

Rezo sagt: Die Schere zwischen Arm und Reich gehe immer weiter auseinander. „Die ärmsten 50 Prozent haben immer weniger Geld und die reichsten 10 (Prozent) immer mehr Geld. Dazu stieg die Armut in Deutschland in den letzten Jahren konstant an.“

Fakten: Rezos Aussage bezieht sich auf eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). In der entsprechenden DIW-Pressemitteilung von Januar 2018 steht: „Der Einkommensanteil der unteren 50 Prozent sank von 26 Prozent im Jahr 1995 auf knapp 17 Prozent im Jahr 2013.“ Aus dieser Quelle zu schlussfolgern, dass die unteren 50 Prozent immer weniger Geld hätten, ist falsch. Zu erkennen ist allerdings: Der wirtschaftliche Aufschwung kommt nicht bei allen gleichermaßen an.

Der DIW-Wissenschaftler Markus Grabka sagte allerdings auf Nachfrage: „Die Bezieher von niedrigen Einkommen sind in den letzten Jahren mehr geworden.“ Zudem sind in dieser Gruppe die Einkommen gesunken. Während es also für die Mehrheit der Deutschen beim Geld bergauf ging, nahmen für die unteren zehn Prozent seit 2010 trotz guter Wirtschaftslage und geringer Arbeitslosigkeit die realen Einkommen ab.

Die Zahl der Niedriglohn-Bezieher ist in den vergangenen Jahren gewachsen – und sie verfügen zugleich über weniger Einkommen. Wenn Rezo das mit seinem plakativen Satz („dazu stieg die Armut in Deutschland in den letzten Jahren konstant an“) meint, dann hat er recht. Bezogen auf die Hälfte der Bevölkerung ist die Aussage aber falsch.


Youtube-Video von „Rezo ja lol ey“ unter   bit.ly/anti-cdu-video 
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.