BERLIN - Nur zwei Tage nach dem mühsam ausgehandelten Kompromiss über die neue Führung der Linken bricht in der Partei neuer Streit auf. Der Landeschef der Linken in Sachsen-Anhalt, Matthias Höhn, kritisierte das Personaltableau. Der Linke-Fraktionschef in Mecklenburg-Vorpommern, Helmut Holter, zeigte Unverständnis, dass auch das Amt des Bundesgeschäftsführers doppelt besetzt werden soll.

Der Parteivorstand hatte am Dienstag eine neue Führungsspitze vorgeschlagen und die Landeschefs zuvor in die Beratungen einbezogen.

Nachfolger der scheidenden Parteichefs Oskar Lafontaine und Lothar Bisky sollen die Bundestagsabgeordneten Gesine Lötzsch und Klaus Ernst werden. Für den scheidenden Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch soll es doppelten Ersatz geben. Der Fraktionsvize im Bundestag, Werner Dreibus, und Linke-Vorstandsmitglied Caren Lay aus Sachsen sollen das Amt in Zukunft übernehmen.

Sachsen-Anhalts Linke-Chef Höhn kritisierte nun: „Das Tableau stellt keinen wirklichen Konsens dar.“ Für die östlichen Landesverbände sei der ausgehandelte Kompromiss mit Lötzsch und Ernst an der Spitze eine „Zumutung“. Höhn stellte klar, er habe für die ostdeutschen Landesverbände dem Kompromiss nur zugestimmt, um ein Chaos zu verhindern.

Er kritisierte besonders das Vorhaben, mit Lay und Dreibus zwei Bundesgeschäftsführer zu benennen. „Das ergibt strukturell keinen Sinn. Die Geschäftsführung gehört in eine Hand“, sagte Höhn.

Auch bei der Linken in Mecklenburg-Vorpommern stößt das Doppel Lay/Dreibus auf Widerspruch.

Der rheinland-pfälzische Landeschef Alexander Ulrich verteidigte dagegen auch die Doppellösung in der Bundesgeschäftsführung. Landeschef Wolfgang Zimmermann aus Nordrhein-Westfalen findet die Vorschläge „ausgewogen“.

Sahra Wagenknecht und weitere Mitglieder des Koordinierungskreises der Antikapitalistischen Linken (AKL) in der Linkspartei, erklärten, man sehe mit großer Sorge, dass der Kompromiss wieder in Frage gestellt werde.