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NWZonline.de Nachrichten Politik

Murren erreicht AKK in Afrika

09.10.2019

Berlin Fällt die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur per Urwahl? Annegret Kramp-Karrenbauer hält davon gar nichts. „Mit guten Gründen“ habe ihre Partei dies bisher stets abgelehnt, einen anderen Weg verfolgt, reagiert die CDU-Chefin und Verteidigungsministerin und rät im fernen Afrika auf Truppenbesuch davon ab.

Doch beim Parteinachwuchs Junge Union wird der Ruf immer lauter, dass die CDU-Mitglieder darüber abstimmen sollen, wer für die Union bei der nächsten Bundestagswahl als Kanzlerkandidat antritt. Bei ihrem Deutschlandtreffen am kommenden Wochenende in Saarbrücken soll über einen entsprechenden Antrag für den Bundesparteitag Ende November entschieden werden. Und auch die konservative Werteunion drängt darauf, dass die Parteibasis bestimmt, wer ins Rennen ums Kanzleramt gehen wird. Es wäre ein Misstrauensvotum gegen AKK – und eine weitere Schlappe für die Vorsitzende.

Üblicherweise hätte die CDU-Chefin den ersten Zugriff auf die Kanzlerkandidatur. Gegen dieses ungeschriebene Gesetz regt sich allerdings Widerstand. Bisher hat AKK offengelassen, ob sie selbst antreten will, blieb in einem Interview jetzt erneut die Antwort auf diese Frage schuldig. Kramp-Karrenbauer steht derzeit gewaltig unter Druck, rutscht in den Meinungsumfragen weiter ab und muss mit Gegenwind aus den eigenen Reihen rechnen.

Wie angespannt die Nerven offenbar sind, macht eine Entscheidung der Ministerin im Vorfeld ihres Afrika-Besuches deutlich: AKK soll verhindert haben, dass Gesundheitsminister Jens Spahn während seiner eigenen Afrika-Reise vor ihr deutsche Soldaten in Mali besucht. Nach außen gibt sich AKK noch gelassen: Auch Angela Merkel hatte im Herbst 2004 schließlich schlechte Umfragewerte, wurde dann ein Jahr später Kanzlerin. Rückendeckung erhält die CDU-Chefin jetzt von ihren Stellvertretern. Sie sehe „keinen Grund, zum jetzigen Zeitpunkt über Kanzlerkandidaturen zu debattieren“, erklärte CDU-Vizechefin Julia Klöckner. Und ihr Parteifreund Thomas Strobl warnt vor „wochen- oder gar monatelanger Selbstbeschäftigung“. Thüringens CDU-Chef Mike Mohring erinnert an die schlechten Erfahrungen der SPD in der Vergangenheit mit Mitgliederentscheiden und Urwahlen.

Eigentlich soll über die Kanzlerkandidatur erst im kommenden Jahr entschieden werden, sollte die Große Koalition nicht vorher auseinanderbrechen. Doch plötzlich stehen diese Fragen bei der Union oben auf der Tagesordnung: Ist AKK die richtige Kandidatin? Kann Sie auch Kanzlerin? Glaubt man den Umfragen, trauen der CDU-Chefin das nur elf Prozent der Wählerinnen und Wähler zu. Und auch in den eigenen Reihen gibt es Zweifel, ob AKK die Richtige für den Machterhalt ist.

Am kommenden Wochenende kommt es zum Duell, zum verbalen Kräftemessen mit ihren Rivalen. Auf dem Deutschlandtreffen der Jungen Union wird nicht nur die CDU-Chefin als Rednerin erwartet. Überraschend tritt auch ihr Rivale, der CDU-Wirtschaftsexperte Friedrich Merz dort ebenso auf wie Gesundheitsminister Jens Spahn, CDU-Vizechef Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder. Alle vier werden immer wieder genannt, wenn es um die Kanzlerkandidatur geht.

Merz und Spahn hatten das Rennen gegen AKK um die Merkel-Nachfolge und den CDU-Vorsitz vor zehn Monaten verloren. Obwohl Annegret Kramp-Karrenbauer aus dem Saarland stammt, dürfte es für sie beim JU-Kongress in Saarbrücken am kommenden Wochenende kein Heimspiel werden.

Andreas Herholz Korrespondentenbüro Berlin
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