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NWZonline.de Nachrichten Politik

SPD-Bewerberschau mit Überraschungen

19.09.2019

Berlin Zum Start der zweiten Halbzeit zeigt die Deutschlandtour der SPD-Kandidaten: Die Suche nach neuen Vorsitzenden kann unerwartete Ergebnisse bringen. So erscheint das Rennen auch für das politische Schwergewicht unter den Bewerbern, Finanzminister Olaf Scholz, und seine Teampartnerin Klara Gey­witz noch völlig offen – zumindest gemessen an den Reaktionen bei nun rund der Hälfte der 23 Regionalkonferenzen. Im Willy-Brandt-Haus gibt man sich euphorisch über die Wirkung der Castingtour. So wartet der kommissarische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel am Dienstagabend bei der exakt in der Tourmitte platzierten Veranstaltung in der überfüllten Parteizentrale mit Zahlen auf: Überall seien die Veranstaltungen voll gewesen, 4350 Kilometer hätten die Kandidaten jeweils zurückgelegt, 7500 Besucher habe es gegeben – und 226 000 im Livestream. Rund 3500 Eintritte verzeichnete die SPD seit Juli. Im Folgenden einige überraschende Erkenntnisse:

Favoriten

Am auffälligsten ist, dass der ehemalige nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans mit seiner Teampartnerin Saskia Esken zu den schärfsten Konkurrenten von Scholz und seiner Mitstreiterin Geywitz avancieren. Walter-Borjans, durch dessen Ankauf von Steuer-CDs mehr als sieben Milliarden Euro Nachzahlungen an den Staat flossen, streichelt die Seele der Partei. Nicht erst mit der großen Koalition hätten die Probleme der SPD begonnen, meint er in Berlin. Schon viel früher hätten Lobbyisten und Berater die SPD dazu gebracht, „in die neoliberale Pampa abzubiegen“, sagt er unter Applaus.

Überraschungen

Nicht jeder hätte erwartet, dass der als Miesepeter geltende Parteivize Ralf Stegner und seine Mitstreiterin Gesine Schwan viel Sympathie erwerben – mit Stegners im Stakkato vorgetragenen sozialpolitischen Forderungen, dem Aufruf zu neuem Selbstbewusstsein und mit Selbstironie. „Ich gestehe, dass ich seine kabarettistische Seite vorher nicht gekannt habe“, meint Schwan. Polarisierend wirken die NRW-Landtagsabgeordnete Christina Kampmann und der Europa-Staatsminister Michael Roth – die sich als jung, frisch, dynamisch präsentieren, Verkrustungen in der Partei aufbrechen wollen. Sie kommen bei vielen gut an.

Am stärksten auf inhaltliche Markenzeichen konzentrieren sich die zwei weiteren Duos: Die Bundestagsabgeordneten Karl Lauterbach und Nina Scheer wollen schnell aus der Koalition mit der Union aussteigen – und setzen einen Schwerpunkt auf Klimaschutz. Und die Parteilinke Hilde Mattheis und der „Verdi“-Chefökonom Dierk Hirschel kämpfen für eine Abkehr von Hartz IV. So klare Positionen stechen heraus – sind sich die Duos doch sonst in vielem einig.

WiE geht’s weiter

Insgesamt 425 630 SPD-Mitglieder können nach dem Casting der Kandidaten vom 14. bis zum 25. Oktober ihre Stimme abgeben. Das Ergebnis soll am 26. Oktober vorliegen.

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