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NWZonline.de Nachrichten Politik

Merkels rechte Hand und der Machtverlust

03.09.2019

Berlin Nein, er lebt nach eigenen Worten „nicht im Groll“. Volker Kauder präsentiert sich als Politiker, der seinen Machtverlust vom September 2018 verwunden hat. Er sei dankbar für die Zeit, in der er die Unionsfraktion im Bundestag führen durfte, sagt er. Weniger Stress, wieder Sonntagabende mit seiner Frau zu Hause verbringen und sich auf eigene politische Ziele konzentrieren zu können – der CDU-Politiker sieht viele Vorteile seiner Situation. Am Dienstag wird der in Hoffenheim geborene Jurist 70 Jahre alt.

Dass er nach seiner überraschenden Ablösung durch Ralph Brinkhaus nicht in ein tiefes Loch gefallen sei, führt er auch auf seinen Glauben zurück. „Die Überzeugung, dass mein Leben in Gottes Hand ist, hat mein Leben geprägt“, sagt der evangelische Christ. Seit seinem Amtsverlust kümmert sich der Abgeordnete aus Rottweil-Tuttlingen noch stärker um die Themen Religionsfreiheit und Christenverfolgung; sie würden weithin vernachlässigt.

Kauders Karriere ist eng mit der Kanzlerschaft von Angela Merkel verwoben: 2005 wurde er CDU-Generalsekretär, nach der Bundestagswahl Fraktionsvorsitzender. So lange wie er hielt sich keiner an der Spitze der Fraktion. Seine Abwahl wurde dann auch als Schlag gegen die Kanzlerin interpretiert.

Schon möglich, dass mancher Parteifreund Kauder auch für inhaltliche Kehrtwenden bestrafen wollte: erst für die Wehrpflicht, dann dagegen; erst für längere Laufzeiten von Atomkraftwerken, nach Fukushima für die Abschaltung. Kernenergie und Wehrpflicht hätten noch nie zum Wertefundament der Union gehört, sondern seien pragmatisch zu lösende Fragen, so Kauder. „Der Markenkern der CDU ist das christliche Menschenbild und die daraus abzuleitende Freiheit des Menschen“, stellt er klar.

Man müsse aufpassen, dass man gewisse Themen nicht zur Ersatzreligion aufbaue, wie das derzeit die Grünen bei Klimaschutz oder Ernährung machten. All dies will Kauder in einem Buch untermauern, das im Frühjahr erscheinen soll. Arbeitstitel: Das christliche Menschenbild als Kompass der Gesellschaft.

Seit 1990 im Bundestag, machte sich Kauder vielfach für konservative Positionen stark. So betonte er, dass die Muslime zu Deutschland gehörten, nicht aber der Islam; genetische Untersuchungen an im Reagenzglas erzeugten Embryonen wollte er verbieten.

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