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Redaktion Berlin

BERLIN - Gerade erst hatte Angela Merkel zu einem Befreiungsschlag ausgeholt, schon gerät sie weiter unter Druck. Das Echo auf den Vorstoß der Kanzlerin, Steuermehreinnahmen dafür zu nutzen, die geplanten Kürzungen des Bundeszuschusses an die Krankenkassen wieder zurückzunehmen, fiel deutlich zurückhaltend aus.

Stattdessen hagelt es heftige Kritik an Merkels Führungsstil vom Koalitionspartner SPD, aber auch aus den eigenen Reihen. „Noch weiß da keiner, wo es hinlaufen soll“, forderte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) Klarheit darüber, welches Gesundheitssystem mit der Reform überhaupt angestrebt werde. Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Günter Oettinger ließ in einer vertraulichen Gesprächsrunde laut Teilnehmerangaben kein gutes Haar an den Führungsqualitäten der CDU-Chefin und stellte die gesamte Gesundheitsreform in Frage. Es werde allenfalls einige kleinere Projekte geben.

Am kommenden Mittwoch will die Kanzlerin in der Koalitionsrunde eine Einigung über den Gesundheitskompromiss erzielen.

SPD-Fraktionschef Peter Struck stellte im Vorfeld sogar Merkels Befähigung für das Amt der Regierungschefin in Frage: „Ein Kanzler – das konnte man bei Schröder genauso sehen wie bei Helmut Kohl – muss an irgendeiner Stelle sagen: So will ich das haben. So wird das gemacht." Die Kanzlerin müsse endlich die Ministerpräsidenten der unionsgeführten Länder auf Linie bringen, forderte Struck ein Machtwort.

Doch eben dies will Merkel bisher nicht sprechen.