BERLIN - Forschungsministerin Annette Schavan gerät wegen der Nutzung der Bundeswehr-Flugbereitschaft in die Kritik. Laut „Spiegel online“ soll ihr 146 Kilometer langer Flug 26 500 Euro gekostet haben. Die CDU-Politikerin flog im Helikopter von Stuttgart nach Zürich – für einen Vortrag und ein Interview. Der Linienflug hätte 329 Euro gekostet.

Grüne und Bundeswehrverband reagierten mit Unverständnis und warfen der CDU-Politikerin Geldverschwendung vor. Eine Ministeriumssprecherin wies die Vorwürfe zurück, bestätigte aber, dass Schavan am 20. Mai mit einem Bundeswehr-Hubschrauber geflogen sei, um von Stuttgart nach Zürich zu einer Vortragsveranstaltung zu gelangen. Anders hätte Schavan ihre terminlichen Verpflichtungen nicht erfüllen können, erklärte sie auf Nachfrage.

Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, sagte: „Eine Flugstunde mit dem Cougar-Hubschrauber kostet rund 5300 Euro. Wenn unsere Politiker zu Vorträgen fliegen, sollten diese Kosten zulasten des Finanzhaushaltes und nicht vom Bundeswehr-Etat bezahlt werden.“ Die Truppe brauche das Geld dringender – zum Beispiel für Hubschrauber im Afghanistan-Einsatz.