BERLIN - Anlässlich der Übergabe des Abschlussberichts des Runden Tisches Heimerziehung an Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) haben alle Beteiligten für eine rasche Umsetzung der Empfehlungen plädiert. Die Schicksale der Heimkinder der 50er und 60er Jahre seien alles andere als ein „Routinethema“ für das Parlament, sagte Lammert am Mittwoch im Bundestag. Die Vorsitzende des Runden Tisches, die Grünen-Politikerin Antje Vollmer, forderte eine Umsetzung der Vorschläge noch in diesem Jahr.

Geklärt werden müsse unter anderem die Einrichtung der im Abschlussbericht vorgeschlagenen Stiftung mit einem Umfang von mindestens 120 Millionen Euro, sagte Vollmer. Daraus sollen frühere Heimkinder Unterstützungen und Rentennachzahlungen erhalten. Daneben brauche es schnell regionale Anlaufstellen für die Betroffenen, denen die Länderparlamente noch zustimmen müssen. Das Bundesfamilienministerium kündigte eine Übergangsregelung für die vom Runden Tisch eingerichtete bundesweite Anlaufstelle an.

Vertreter der Betroffenen bemängelten erneut, dass statt einer generellen Entschädigung nur Zahlungen an einzelne Opfer der Heimerziehung beschlossen werden sollten. Das Stigma sei so tief verwurzelt, dass die meisten Opfer sich nicht melden würden.