BERLIN - Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe (SPD), ist besorgt um den Eigenschutz der deutschen Soldaten in Afghanistan. Im NWZ -Interview bemängelt Robbe vor allem Versäumnisse bei der Ausbildung.
„Dankenswerterweise werden Patrouillen jetzt nur noch in gepanzerten Fahrzeugen durchgeführt. Aber bis zum heutigen Tag gibt es Probleme bei der Ausbildung der Fahrer. Immer wieder wenden sich Soldaten an mich und beklagen, dass sie erst im Einsatzland an den komplizierten Fahrzeugen ausgebildet wurden“, sagt Robbe, der in seiner Eigenschaft als Wehrbeauftragter bereits dreimal die Truppen in Afghanistan besucht hat.
Die Fahrerausbildung hätte „im Vorfeld passieren müssen, geschieht aber nicht immer“, so Robbe, der im Juni erneut Afghanistan besuchen wird. „Im Vordergrund steht die Frage: Wie kann der Schutz der Soldaten optimiert werden?“, sagte der SPD-Politiker aus Bunde.
Ende Februar hatte das Verteidigungsministerium angekündigt, einen Teil der neu beschafften geschützten Fahrzeuge für Afghanistan zu Ausbildungszwecken in Deutschland zu lassen. Vordringlich sei jedoch, neue Fahrzeuge nach Afghanistan zu bringen, „um dort den Schutz der Soldaten weiter zu verbessern“.
Weitere Kritik am deutschen Afghanistaneinsatz wird in der nächsten Woche vom Bundeswehrverband erwartet. Dessen Vorsitzender, Oberst Bernhard Gertz, will am Dienstag die Sicherheitslage in Nordafghanistan thematisieren. Es werde „scharfe Worte“ geben, teilte der Verband am Freitag mit.
Interview, S.4
