BERLIN - Mit einer Untersuchung zum sexuellen Missbrauch durch Priester und Ordensleute will die katholische Kirche in Deutschland Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. Die Bischöfe würden dazu dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) in allen 27 Diözesen Zugriff auf sämtliche Personalakten der vergangenen zehn Jahre gewähren, schreibt „Der Spiegel“. Zusätzlich werde in neun Bistümern bis 1945 zurück untersucht. Kirchen-Mitarbeiter sollen unter Aufsicht eines KFN-Teams – pensionierte Staatsanwälte und Richter – die Akten auf Hinweise zu sexuellen Übergriffen durchsuchen. In einem zweiten Schritt soll das KFN-Team die Verdachtsakten auswerten.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken begrüßte das Vorhaben. Die Basisbewegung „Wir sind Kirche“ warnte hingegen vor einem „Schuldabweisungsprogramm“ der Bischöfe.